Louise by the Shore

Donnerstag, 13.06.2019

Kontemplativer, sehr konzentrierter Animationsfilm als Studie von Einsamkeit im Alter.

Diskussion

Der 1939 geborene Franzose Jean-François Laguionie ist einer der meistgeehrten Animationsfilmkünstler seines Landes, der trotz einer über 50-jährigen Karriere und zahlreichen Preisen aber ein Geheimtipp geblieben ist. Ein schönes Beispiel für seine zurückhaltende, poetische Arbeit ist sein bislang letzter Spielfilm „Louise by the Shore“ von 2016: In klaren, nie überfrachteten Bildern in Pastellfarben und mit wunderbaren Details erzählt Laguionie von der alten Louise, die nach dem Ende ihres Sommerurlaubs in einem Badeort ihren Zug verpasst. Es ist der letzte der Saison gewesen und der Urlaubsort völlig menschenleer, sodass sich Louise zuerst eine Zuflucht vor den bedrohlichen Gezeiten suchen muss. Schon bald aber hat sie sich an die Situation gewöhnt und beschließt, allein in der Stadt zu bleiben. Nach einer Zeit trifft sie auf einen Hund, der ebenso einsam ist wie sie und beginnt, ihm von Geschehnissen aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Der kontemplative, sehr konzentrierte Film nutzt die Kulisse der ausgestorbenen Stadt grandios für seine Stimmung und entwickelt über seine Hauptfigur eine berührende Studie von Einsamkeit im Alter. – Sehenswert ab 14.

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Foto: JPL Films/Productions Unité Centrale/Tchack/ARTE France Cinéma

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