Draußen in meinem Kopf

Freitag, 05.07.2019

Psychologisches Kammerspiel um einen jungen Mann mit Muskelschwund

Diskussion

Eibe Maleen Krebs wagte sich mit ihrem Debütfilm an das Genre des psychologischen Kammerspiels. Zwei Haupt- und drei Nebendarsteller in einem einzigen Raum, der erst am Schluss für wenige Augenblicke verlassen wird. Dass ein solches Wagnis gelingt, setzt eine starke Grundidee voraus und ein ausgefeiltes Drehbuch, das klug zwischen Stille und Schrei, Licht und Dunkelheit, vielleicht auch Traum und Wirklichkeit changiert. Und gute Schauspieler, die die Geschichte tragen können: Die Hauptfigur Sven (Samuel Koch) leidet seit Jahren an Muskelschwund. Er kann weder Arme noch Beine bewegen, ist in einem Pflegeheim ans Krankenbett gefesselt und bekämpft seine Schwermut durch potenzierten Sarkasmus, der mitunter ins Zynische abdriftet. Der Film beginnt damit, dass der nur unwesentlich jüngere Christoph (Nils Hohenhövel) in das Krankenzimmer und damit auch in Svens Leben eintritt, ein introvertierter junger Mann, der ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet. Schon nach wenigen Sekunden begreift Christoph, dass das keine leichte Aufgabe wird. Zwischen den beiden jungen Männern entwickelt sich ein kompliziertes Verhältnis aus Anziehung und Abstoßung. Der Film vereint nachdenklich-bittere, auch tragikomische Szenen mit einer schwebenden Melancholie und stellt dabei existentielle Fragen, ohne eilfertige Antworten zu geben.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: © ZDF/Thomas Kost/Juna Film

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