Außerirdisch für Anfänger

Mittwoch, 30.01.2019

Das Science-Fiction-Kino und seine Lust an der Sprache

Diskussion

„Wenn ein Löwe sprechen könnte, wir könnten ihn nicht verstehen“, schrieb Ludwig Wittgenstein in seinen „Philosophischen Untersuchungen“. Will sagen: Selbst wenn der Löwe Wörter brüllen könnte, wären seine Lebensform und seine Wahrnehmungswelt einfach zu verschieden von der unsrigen, um eine gemeinsame Basis für eine Verständigung zu finden. Was ein pessimistischer Ansatz ist für die Aussicht, mit andersartigen Wesen eine sinnvolle Unterhaltung führen zu können: Wenn es schon mit Löwen nicht klappt, wie dann erst mit Marsianern, Klingonen, Kree, Bogloditen – oder wie immer sich die Kreaturen nennen, die auf fremden Planeten in den Weiten des Weltraums auf den ersten Kontakt mit uns warten?

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – meinen die Schriftsteller, Filmemacher und Fans der Science Fiction. Das Genre, das nicht nur ein Faible für Technik-, sondern auch für Sprachfantasien hat, scheint Wittgensteins Pessimismus nicht zu teilen: Es wird nicht müde, sich die Sprachen außerirdischer Lebensformen und die Kommunikation zwischen ihnen und den Menschen auszumalen. Und setzt dabei voll auf die Sprachkompetenz seiner Helden: Klar kann Han Solo die gutturalen Laute sein

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