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OSS 117 - Der Spion, der sich liebte

Dienstag, 14.06.2022

Agentenfilm-Parodie im Stil der frühen "James Bond"-Filme - bis 25.8. in der Tele5-Mediathek

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Er hält sich selbst für den größten Hecht im Karpfenteich der internationalen Spionage, tatsächlich steht das Ego des französischen Geheimagenten OSS 117 aber in keinem Verhältnis zu seinen tatsächlichen Fähigkeiten! Jean Dujardin glänzt in der Agentenfilm-Parodie, die im Gegensatz zu den O.S.S-117-Verfilmungen der 1950er- bis 1970er-Jahre die Figur ganz und gar nicht ernst nimmt, als herrlich schräge Karikatur machohafter Genre-Vorbilder à la James Bond und lässt OSS 117 genüsslich auf dem schlüpfrigen Parkett politischer Interessen und geheimdienstlicher Scharmützel wie einen Elefanten im Porzellanladen marodieren.

Sowohl motivisch wie visuell spielt Regisseur Michel Hazanavicius souverän mit Genrevorbildern wie den Filmen von Alfred Hitchcock, den frühen James-Bond-Filmen sowie der "Fantômas"-Reihe. Die Handlung spielt im Jahr 1955 in Kairo, kurz nach dem Sturz von König Faruq durch General Nasser und ein Jahr vor der Suezkrise: OSS 117 soll dort nach einem verschollenen Kollegen suchen. Die Mission droht allerdings gefährlich (und herrlich verrückt!) zu eskalieren, weil das Land zur Drehscheibe unübersichtlicher multinationaler Interessen geworden ist und alle Großmächte ihren Einfluss auf die Entwicklung des Nahen Ostens geltend machen wollen.

Festgemacht an der brillant gespielten Hauptfigur, zieht der Film ironisch die Arroganz und Ignoranz einer westlichen Großmacht auf dem kolonialen politischen Spielfeld durch den Kakao. Eine stilsichere Ausstattung und ein Feuerwerk an komödiantischer Action runden das Vergnügen ab. - Ab 14.

Tele5 außerdem auch das Sequel "OSS 117 - Er ist sich selbst genug"

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