The Beast Is Still Alive

Donnerstag, 03.10.2019

Vielschichtige Auseinandersetzung mit vergangenem und gegenwärtigem Kommunismus

Diskussion

Die bulgarische Regisseurin Vesela Kazakova führt einen fiktiven Dialog mit ihrem verstorbenen Großvater, der sich in seiner Jugend dem Sozialismus nahefühlte, nach dem Zweiten Weltkrieg aber Widerstandskämpfer gegen das kommunistische Regime war. Seine Akte stößt eine Beschäftigung mit der Geschichte Bulgariens bis ins 21. Jahrhundert an, wobei neben persönlichen Reflexionen ein Schwerpunkt auf der Rückkehr der alten Machtkader in dem osteuropäischen Staat liegt. Dort haben einstige kommunistische Staatsvertreter, die für ihre Verbrechen nie zur Rechenschaft gezogen wurden, sich in entscheidenden Machtpositionen wieder etabliert.

Über die persönliche und nationale Ebene hinaus weiten Kasakova und ihre Co-Regisseurin Mina Mileva, die mittlerweile in London leben, die Themen des Films aber auch auf globale Verhältnisse: Der formal vielfältig mit intimen Szenen, Animationen und Archivmaterial arbeitende Dokumentarfilm stellt nachhaltig die Frage nach einer zeitgemäßen Einbeziehung marxistischer Ideen und warnt vor naiver Geschichtsvergessenheit – in Bulgarien und überall auf der Welt. – Sehenswert ab 14.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: arte

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