Fontane Effi Briest

Freitag, 22.11.2019

Aufwändige Adaption des Fontane-Romans „Effi Briest“ durch Rainer Werner Fassbinder

Diskussion

Im Jahr des 200. Geburtstags von Deutschlands herausragendem Romancier des 19. Jahrhunderts, Theodor Fontane, darf diese Verfilmung seines bekanntesten Werks nicht fehlen: Die Adaption von „Effi Briest“, dem Stoff um das Scheitern der Ehe zwischen der vitalen Effi (Hanna Schygulla) und dem älteren Baron von Innstetten (Wolfgang Schenck), war 1974 das bis dahin aufwändigste Projekt von Rainer Werner Fassbinder: Seine Adaption in schwarz-weiß ist dabei keine bloße Nacherzählung, sondern reflektiert die Herkunft des Stoffes (Weißblenden gemahnen an das Umblättern) und das Motiv des Eingesperrtseins insbesondere durch die Lichtführung stets mit. Subtil inszeniert und stilistisch geschlossen, reflektiert Fassinder nicht nur die gesellschaftliche Situation seiner Figuren, sondern letztlich auch die des Künstlers, der sie beschreibt.

„Entscheidend an dieser Verfilmung ist, dass es Fassbinder nie um die simple Übertragung eines Romans ging, sondern auch um die Darstellung einer Erzählhaltung, der künstlerischen Position Fontanes, des bürgerlichen Romanciers, der die Gesellschaft, in der er lebt, ablehnen möchte, sich aber doch von ihr ernähren lässt und so nicht umhinkommt, sie letztlich zu akzeptieren. Dies entspricht auch Fassbinders eigener Position: Die Wut von früher ist der aufmerksamen Beobachtung, dem geduldigen Beschreiben gewichen.“ (G.P., FILMDIENST 14/1974) – Ab 16.

Hier geht es zum Film in der 3sat Mediathek



Foto: ZDF/Rainer Werner Fassbinder Foundation

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren