© StudioCanal (aus „Die Geschichte der Nana S.“)

Tanzen, singen, sich bewegen, weinen

Montag, 16.12.2019

Begegnung mit der Schauspielerin Anna Karina

Diskussion

Die Dänin Anna Karina (22.9.1940-14.12.2019) wurde Ende der 1950er-Jahre von Jean-Luc Godard entdeckt und spielte in sieben seiner Filme die Hauptrolle. Damit und mit der Titelrolle in Jacques Rivettes „Die Nonne“ wurde sie zu einer der bekanntesten Interpretinnen der Nouvelle Vague, später drehte sie unter anderem mit Schlöndorff und Fassbinder. Wir erinnern an die verstorbene Darstellerin mit einem 2012 im FILMDIENST erschienenen Artikel über den Zauber von Anna Karina.


Schon in ihrem ersten Spielfilm Le petit soldat tanzt sie. Es ist ein politischer Film. Und Anna Karina tanzt zur Musik von Joseph Haydn. Sie posiert vor der Kamera des Fotografen und Agenten der rechtsextremen OAS, Bruno Forestier, und tanzt durch ihr kleines Studio, über das Bett, am Eisschrank vorbei, auf dem Tisch, sie dreht sich, bewegt ihre Arme, ihre dunklen, langen Haare fliegen... „Ich musste mich immer bewegen. Ich habe immer in den Straßen von Kopenhagen getanzt und gesungen. Das war auch der Grund, warum mich ein Regisseur zum ersten Mal für einen Kurzfilm engagierte.“

Heute tanzt Anna Karina nicht mehr, „denn sonst halten mich die Leute für eine verrückte Alte“. Ich sitze ihr gegenüber in einem Bistro auf dem Boulevard Saint-Germain in Paris, und sie erzählt mit dunkler, rauchiger Stimme; Erinnerungen an Filme mit Godard, Rivette, Fassbinder; Flashbacks auf Visconti, Demme, Schlöndorff, George Cukor. Jean-Luc Godard sah ihr Gesicht 1957 auf einer Seifenreklame in Paris. „Ich war noch nicht mal 18, als mir Jean-Luc anbot, in seinem Film Außer Atem eine kleine Rolle zu übernehmen. Aber dass ich mich dafür ausziehen sollte, das hat mir A

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren