Filmliteratur: Konrad Wolf

Freitag, 27.12.2019

Antje Vollmer und Hans-Eckhardt Wenzel haben dem DEFA-Regisseur Konrad Wolf eine prachtvolle Biografie gewidmet

Diskussion

Antje Vollmer und Hans-Eckhardt Wenzel haben dem DEFA-Regisseur Konrad Wolf eine prachtvolle Biografie gewidmet, in dem Wolfs Kriegserfahrungen, aber auch seine Herkunft und insbesondere sein Vater Friedrich Wolf eine bedeutende Rolle einnehmen.


Die Edition „Konrad Wolf. Chronist im Jahrhundert der Extreme“ ist eine Augenweide. Die Originalausgabe nummeriert und auf 4.444 Exemplare limitiert, gebunden in rustikales Naturleinen mit grober Struktur, von einem dunkelroten Schuber umgeben (Gestaltung: Victor Balko). Die von Antje Vollmer geschriebenen Kapitel stehen auf weißem Grund, die von Hans-Eckardt Wenzel auf grauem, wobei der graue Grund so dezent ist, dass man ihn kaum vom weißen unterscheiden kann. Diese Nähe macht durchaus Sinn. Vollmer und Wenzel waren sich, wie schon bei ihrem 2015 erschienenen Buch über Rainer Werner Fassbinder, „Hinter den Bildern die Welt“, sehr einig, was sie mit ihrem neuen Werk über Konrad Wolf erreichen wollten: Sie sehen in Wolf ein Beispiel jener Würde, die sie in Zeiten großer Destruktivität gegen das Vergessen und Verdrängen zu verteidigen suchen.


Das Prinzip Hoffnung

Konrad Wolf, der die Erfahrungen der Extreme in sich trug, bewahrte die Sehnsucht nach einer besseren Welt, nach Frieden und einer Verständigung zwischen den Völkern, nach einer menschlichen Urvernunft in sich auf. Das Buch kreist um diese Lebensmotive, verweist auf Verborgenes, Verstecktes, Verschwiegenes und kehrt doch immer wieder zum Kern der Vita zurück: dem Prinzip Hoffnung, das nicht auf den knappen Nenner „Illusion“ gebracht werden kann.

Autobiografisch grundiert: "Ich war neunzehn" mit Jaecki Schwarz. © DEFA-Stiftung
Autobiografisch grundiert: "Ich war neunzehn" mit Jaecki Schwarz. © DEFA-Stiftung

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