© Stephanie Kulbach/2019 Sommerhaus/eOne Germany, aus "Berlin Alexanderplatz"

Berlinale-Wettbewerb 2020

Mittwoch, 29.01.2020

Die „Berlinale“ hat ihre vollständige Programmauswahl für 2020 bekannt gegeben

Diskussion

Das neue Leitungsteam der „Berlinale“ schickt unter anderem Christian Petzold und Burhan Qurbani ins Rennen um die „Berlinale“-Bären 2020. Bei der Bekanntgabe der 18 Wettbewerbsfilme am 29. Januar wurden die neuen Werke der deutschen Regisseure ebenso genannt wie die international geachteter Filmemacher wie Kelly Reichardt, Abel Ferrara und Rithy Panh. Eine Auswahl, mit der Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek frischen Wind in den „Berlinale“-Wettbewerb bringen.


In ihrem ersten Jahr als neues Leitungsteam der „Berlinale“ haben Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek zwar mit deutlich weniger Traditionen der Ära ihres Vorgängers Dieter Kosslick gebrochen als vorhergesagt – in einem aber blieben sie eisern: Anders als in den Vorjahren wurde der Wettbewerb der 70. Ausgabe der Festspiele als letztes bekanntgegeben, ohne dass vorher bereits einzelne Titel durchgesickert wären.

Lediglich der Eröffnungsfilm, die Romanverfilmung „My Salinger Year“ von Philippe Falardeau, war bereits vorab genannt worden. Bei der Pressekonferenz am 29. Januar wurde das Jubiläumsprogramm mit 18 Wettbewerbsfilme veröffentlicht, die um die Preise der Internationalen Jury unter Vorsitz von Jeremy Irons konkurrieren. Darunter befinden sich neue Werke von Christian Petzold, Sally Potter, Mohammad Rasoulof, Kelly Reichardt und Hong Sang-soo neben Filmen von Altmeistern wie dem Malaysier Tsai Ming-Liang, dem Kambodschaner Rithy Panh, dem US-Amerikaner Abel Ferrara und dem Franzosen Philippe Garrel. Als zweiter deutscher Wettbewerbsbeitrag läuft neben Petzolds „Undine“ Burhan Qurbanis modernisierte „Berlin Alexanderplatz“-Adaption.

Indem nur wenige „alte Bekannte“ aus früheren „Berlinale“-Jahren in der Auswahl erscheinen, ist es dem neuen Team gelungen, tatsächlich für frischen Wind zu sorgen, auch weil sonst eher auf Cannes oder Venedig abonnierte Filmemacher wie Ferrara oder Panh sich diesmal in Berlin die Ehre geben und weil eher als Geheimtipp geltende Regisseure wie der Brasilianer Marco Dutra oder das italienische Brüderpaar Damiano & Fabio D’Innocenzo sich zum Wettbewerb dazugesellen.

Aus dem Rahmen üblicher Festivalwettbewerbe fällt zudem das in deutscher Co-Produktion mit Russland, der Ukraine und Großbritannien entstandene Mammut-Kunst-/Filmprojekt „DAU. Natasha“ von Ilja Chrschanowski und Jekaterina Oertel, dessen Ursprünge bis ins Jahr 2005 zurückgehen und dessen Material auf einem eigens erbauten, 12.000 Quadratmeter großen Filmset gedreht wurde. Chrschanowski und Oertel sind im Übrigen eines von insgesamt fünf Regie-Duos, die im Wettbewerb auftauchen – was ein neuer Rekord sein dürfte.


Hier alle Wettbewerbsfilme der 70. „Berlinale“:

Berlin Alexanderplatz

Deutschland/Niederlande

von Burhan Qurbani

mit Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król, Annabelle Mandeng, Nils Verkooijen, Richard Fouofié Djimeli

Weltpremiere


DAU. Natasha

Deutschland/Ukraine/Vereinigtes Königreich/Russische Föderation

von Ilya Khrzhanovskiy, Jekaterina Oertel

mit Natalia Berezhnaya, Olga Shkabarnya, Vladimir Azhippo, Alexei Blinov, Luc Bigé

Weltpremiere


Domangchin yeoja (The Woman Who Ran)

Republik Korea

von Hong Sang-soo

mit Kim Minhee, Seo Younghwa, Song Seonmi, Kim Saebyuk, Lee Eunmi, Kwon Haehyo, Shin Seokho, Ha Seongguk

Weltpremiere


Effacer l’historique (Delete History)

Frankreich/Belgien

von Benoît Delépine, Gustave Kervern

mit Blanche Gardin, Denis Podalydès, Corinne Masiero

Weltpremiere


El prófugo (The Intruder)

Argentinien/Mexiko

von Natalia Meta

mit Érica Rivas, Nahuel Pérez Biscayart, Daniel Hendler, Cecilia Roth, Guillermo Arengo, Agustín Rittano, Mirta Busnelli

Weltpremiere


Favolacce (Bad Tales)

Italien/Schweiz

von Damiano & Fabio D’Innocenzo

mit Elio Germano, Barbara Chichiarelli, Lino Musella, Gabriel Montesi, Max Malatesta

Weltpremiere


First Cow

USA

von Kelly Reichardt

mit John Magaro, Orion Lee, Toby Jones, Scott Shepherd, Gary Farmer, Lily Gladstone

Internationale Premiere


Irradiés (Irradiated)

Frankreich / Kambodscha

von Rithy Panh

Weltpremiere / Dokumentarische Form


Le sel des larmes (The Salt of Tears)

Frankreich / Schweiz

von Philippe Garrel

mit Logann Antuofermo, Oulaya Amamra, André Wilms, Louise Chevillotte, Souheila Yacoub

Weltpremiere


Never Rarely Sometimes Always

USA

von Eliza Hittman

mit Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin, Ryan Eggold, Sharon Van Etten

Internationale Premiere


Rizi (Days)

Taiwan

von Tsai Ming-Liang

mit Lee Kang-Sheng, Anong Houngheuangsy

Weltpremiere


The Roads Not Taken

Vereinigtes Königreich

von Sally Potter

mit Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

Weltpremiere


Schwesterlein (My Little Sister)

Schweiz

von Stéphanie Chuat, Véronique Reymond

mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus, Thomas Ostermeier, Linne-Lu Lungershausen, Noah Tscharland, Isabelle Caillat, Moritz Gottwald, Urs Jucker

Weltpremiere


Sheytan vojud nadarad (There Is No Evil)

Deutschland / Tschechische Republik / Iran

von Mohammad Rasoulof

Weltpremiere


Siberia

Italien / Deutschland / Mexiko

von Abel Ferrara

mit Willem Dafoe, Dounia Sichov, Simon McBurney, Cristina Chiriac

Weltpremiere


Todos os mortos (All the Dead Ones)

Brasilien / Frankreich

von Caetano Gotardo, Marco Dutra

mit Mawusi Tulani, Clarissa Kiste, Carolina Bianchi, Thaia Perez, Alaíde Costa, Leonor Silveira, Agyei Augusto, Rogério Brito, Thomás Aquino, Andrea Marquee

Weltpremiere


Undine

Deutschland / Frankreich

von Christian Petzold

mit Paula Beer, Franz Rogowski, Maryam Zaree, Jacob Matschenz

Weltpremiere


Volevo nascondermi (Hidden Away)

Italien

von Giorgio Diritti

mit Elio Germano

Weltpremiere


Eröffnungsfilm:

My Salinger Year

Kanada / Irland

von Philippe Falardeau

mit Sigourney Weaver, Margaret Qualley, Douglas Booth

Weltpremiere

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