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„10 Days of Iranian Cinema“

Montag, 15.06.2020

Noch bis zum 21. Juni 2020 bietet die Website der Berliner Festspiele einen Online-Einblick ins vielfältige iranische Filmschaffen der letzten 50 Jahre

Diskussion

Noch bis zum 21. Juni 2020 bietet die Website der Berliner Festspiele einen Online-Einblick ins vielfältige iranische Filmschaffen der letzten 50 Jahre.


Das iranische Kino hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte international den Ruf einer ebenso poetischen wie widerständigen Ausrichtung erworben. Während gesellschaftskritische Filmemacher wie Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof in ihrer Heimat mit Arbeits- und Aufführungsverboten, Hausarrest oder sogar Gefängnisstrafen bedroht werden, triumphieren ihre Filme auf Festivals wie der „Berlinale“; so gewann im Februar 2020 Rasoulofs Anti-Todesstrafe-Drama Es gibt kein Böses den „Goldenen Bären“.

Die Vielschichtigkeit des iranischen Kinos im Spannungsfeld der Frage nach Widerstand oder Flucht ist auch Leitbegriff des Online-Programms „10 Days of Iranian Cinema“, das die Berliner Festspiele noch bis 21. Juni frei zugänglich auf ihrer Website anbieten.

Die Filmreihe mit Werken aus rund 50 Jahren umfasst eine Langfilm- und eine Kurzfilm-Sektion. Unter den Spielfilmen sticht insbesondere ein Frühwerk von Sohrab Shahid Saless aus dem Jahr 1973 hervor: Ein einfaches Ereignis zeigt Ausschnitte aus einigen Tagen im monotonen Leben eines Schuljungen in einem schäbigen Städtchen am Kaspischen Meer, die Saless zu einer stilsicheren Studie verdichtet. Sehr empfehlenswert ist auch Der Tag, an dem ich zur Frau wurde (2000) von Marzieh Meshkini über drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, deren Schicksale auf die frauenunterdrückende Ausrichtung des iranischen Regimes verweisen. Bildstark und von berührender Menschlichkeit setzt Meshkini dem demütigenden Alltag teils märchenhafte Gegenentwürfe entgegen. Aus jüngerer Zeit sind unter anderem die Thriller „Tamaroz (Simulation)“ von Abed Abest und „Hojoom (Invasion)“ von Shahram Mokri zu sehen.

Ergänzt wird die Filmauswahl durch Gespräche mit iranischen Filmemachern und Expertinnen für das iranische Kino wie Regisseur Bahram Beizai (dessen bedeutendes Werk Bashu – Der kleine Fremde von 1989 aus lizenzrechtlichen Gründen leider nicht online gezeigt werden kann), seinen Kollegen Rakhshan Banietemad, Mohammadreza Farzad und Reza Haeri sowie der Kuratorin Afsun Moshiry.


Hinweis:

Weitere Informationen finden sich auf der Website der „Berliner Festspiele“

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