© Netflix

Serie: Dark - Staffel 3

Freitag, 26.06.2020

Im Dezember 2017 ging mit „Dark“ die erste deutsche Netflix-Serie an den Start. Am Samstag, 27. Juni 2020, läuft jetzt die dritte und letzte Staffel an. Zeit für ein erstes Resümee

Diskussion

Im Dezember 2017 ging mit „Dark“ die erste deutsche Netflix-Serie an den Start, in der die Bewohner einer Stadt reihenweise verschwinden. Am Samstag, 27. Juni 2020, läuft jetzt die dritte und letzte Staffel an, in der die Figuren noch immer verzweifelt nach einem Ausweg aus ihrem nicht enden wollenden Albtraum suchen, nach Erlösung – oder der Auflösung ihres Schicksals. Zeit für ein erstes Resümee.


„Der Anfang ist das Ende. Das Ende ist der Anfang. Tick Tack. Tick Tack“, brabbelt ein alter Mann unaufhörlich vor sich hin, der auf einem Auge blind ist. Diese Sätze eignen sich auch als Beschreibung des Erzählens an sich. Es gibt keine Geschichte ohne einen Anfang und keine Geschichte ohne ein Ende. Im Anfang ist das Ende bereits miterzählt, und das Ende verweist auf den Anfang. Das Ende kann die erzählte Geschichte zu einem Abschluss bringen, in dem Sinne, dass der zentrale Konflikt gelöst wird oder das Ende offenbleiben kann. In beiden Fällen handelt es sich aber um ein Ende. Das serielle Erzählen ist darauf angelegt, dass das Ende hinausgezögert wird, dass die Erzählung ständig in Bewegung bleibt. Weiter zu erzählen wird zur Obsession, kein Ende zu finden und finden zu wollen, aus ökonomischen Gründen, aber auch, weil es immer weitergehen muss, so wie unser Leben immer weitergehen muss. Wie oft sehen wir uns nach der ersten auch die zweite, dritte und vierte Staffel an, obwohl wir uns nach der ersten schon fragen, warum es eine Fortsetzung braucht.

Dark“ hat tatsächlich ein Ende gefunden; mit der dritten Staffel wird die Mystery-Serie abgeschlossen. Im Dezember 2017 war sie als erste deutsche Serienproduktion des Streaminganbieters Netflix an den Start gegangen. Ab 27. Juni 2020 ist die letzte Staffel verfügbar, genau ab jenem Tag, an dem in der Erzählung von „Dark“ ein Jahr zuvor die Apokalypse beginnt. Die Sätze, die dem einäugigen alten Mann in den Mund gelegt werden, sind symptomatisch dafür, worum es in der Serie geht, und sie sind auch für ihre Erzählweise symptomatisch. Denn es geht darum, wann die schrecklichen Ereignisse in dem fiktiven Städtchen Winden ihren Ausgang genommen haben und wann und wie sich die Figuren aus ihren Verwicklungen herauswinden können. Zahlreiche Bewohner der Stadt verschwinden und das scheint von der ersten Staffel an etwas mit einem Atomkraftwerk und einer Höhle zu tun zu haben. Die Zeit tickt, und die Figuren sind unaufhörlich bemüht, sie zu kontrollieren. Im narrativen und thematischen Zentrum der Serie stehen die Zeit und die Zeitreise.

In der 2. Staffel geht es bis in die 1920er-Jahre zurück
In der 2. Staffel geht es bis in die 1920er-Jahre zurück (© Netflix)

Die Faszination der Zeitreise

Am Anfang könnte die Idee gestanden haben, den ultimativen Zeitreisefilm zu machen. Wenn dazu möglichst viele Zeitreisen gebraucht werden, dann bietet sich ein serielles Format an.

Kommentar verfassen

Kommentieren