© interfilm (Festival-Artwork)

Das Kurzfilmfestival Berlin geht online

Donnerstag, 12.11.2020

Das interfilm-Kurzfilmfestival in Berlin stellt bis zum 13. Dezember sein Wettbewerbsprogramm online

Diskussion

Das interfilm-Kurzfilmfestival in Berlin trotzt dem Corona-Virus: Statt einer Woche in den Kinos kann man die Filme jetzt vier Wochen lang zuhause anschauen; auf der Streamingplattform sooner.de steht das komplette Programm mit Hilfe eines Festivalpasses für 7,95 Euro zur Verfügung. Die Jurys tagen ebenfalls virtuell, das „interforum“ ist online und die Programme für Schule und Kindergärten waren schon von Anfang an digital gedacht.


Ein Festival schlägt zurück: Das Berliner Kurzfilmfestival interfilm hat sich eine Strategie gegen die Gemeinheiten des Corona-Virus einfallen lassen – die Veranstalter verlängern das Festival einfach auf einen Monat bis zum 13. Dezember und stellen in dieser Zeit ihr Programm online. Nicht ganz umsonst, sondern für einen Festivalpass in Höhe von 7,95 Euro. Damit können 270 Kurzfilme über die Streamingplattform sooner.de inklusive Anmoderation und anschließender Fragerunden mit den Filmschaffenden gesichtet werden.

Wie schon in den Jahren davor stehen die Wettbewerbe im Zentrum, vom Internationalen über den Deutschen bis hin zum Dokumentarfilmwettbewerb und dem Umweltfilmwettbewerb. Der Länderschwerpunkt ist mit vier Programmen dem polnischen Filmschaffen gewidmet; ein Programm erkundet den filmischen Umgang mit dem Postkolonialismus.


Unterhaltsames und Anspruchsvolles

Die erste Staffel des Onlineangebots vom 11. bis 22 November konzentriert sich auf sechs Spezialprogramme, den Eyes Wide Open Online Award mit Filmen zu Umwelt und Gerechtigkeit; außerdem gibt es die Aufzeichnung eines Konzerts von „Sound and Vision“, bei dem neun Musiker und Bands Kurzfilme in der Volksbühne Berlin vertonen.

Die 36. Ausgabe von interfilm verbindet Unterhaltsames mit Anspruchsvollem und präsentiert mit thematisch pointierten Programmen eine Art Werkschau des internationalen Kurzfilmschaffens. Der Festivalstatus wird aufrechterhalten: Die Jurys der Wettbewerbe entscheiden im HomeOffice, Preise werden vergeben und die für Filmemacher wichtige „Oscar“- und FFA-Relevanz bleibt auch in der digitalen Festivalpräsenz bestehen.


Plattform für Austausch, Bildung und Diskussion

Das „interforum“, der Bereich für Weiterbildung, Austausch und Diskussion, ist auch aufs Digitale umgeswitcht und präsentiert die Veranstaltungen via Zoom. Masterclasses, Panels und Talks sind ebenso Teil des Programms; die Anmeldung findet via E-Mail (interforum@interfilm.de) statt. Und das Festival für Kinder und Jugendliche (KUKI) hatte ohnehin vor, direkt in die Klassenzimmer und Kindergärten zu streamen. Die Programme können hier auch noch spontan gebucht werden.

Das Wichtigste, so Festivalleiter Heinz Hermanns, sei es, „in dieser Krise den Film und ganz allgemein die kulturelle Kreativität in die Welt zu tragen“. Die Förderer und Partner des interfilm Festivals unterstützen die Umstellung auf online. Die Wette gilt, dass die bislang rund 20.000 Besucher sich auch online finden lassen. Um die Kinos zu unterstützen, gehen 20 Prozent der Einnahmen auf der sooner-Plattform an die ursprünglich geplanten Festivalkinos.

Eine Programmübersicht über das Online-Angebot findet sich auf der Website des interfilm-Festivals.

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