© Festival de Cannes/Carole Bethuel

„Titane“ gewinnt „Goldene Palme“

Samstag, 17.07.2021

Die Preise des 73. Festival de Cannes

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Das 73. Festival de Cannes ist mit einer faustdicken Überraschung zu Ende gegangen: Mit dem Thriller Titane zeichnete die Jury unter Vorsitz des US-amerikanischen Regisseurs Spike Lee einen Film mit der „Goldenen Palme“ aus, der durch drastische und schockierende Horror-Ästhetik ebenso wie durch seine Story um eine junge Serienmörderin mit bizarrem Autofetisch sehr kontrovers aufgenommen worden war. Damit ging der Hauptpreis des Festivals erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte an das Werk einer Regisseurin, der Französin Julia Ducournau.

Die Jury, der 2021 neben Lee die Schauspielerinnen Maggie Gyllenhaal und Mélanie Laurent, die Darsteller Tahar Rahim und Song Kang-ho, die Sängerin Mylène Farmer, der Regisseur Kleber Mendonça Filho und Regisseurinnen Mati Diop und Jessica Hausner angehörten, hatte in einem der stärksten Cannes-Jahrgänge der letzten Zeit die Qual der Wahl gehabt. Das spiegelte sich auch darin, dass sowohl der „Großer Preis der Jury“ als auch „Der Preis der Jury“ jeweils geteilt wurden und an die Wettbewerbsfilme von Asghar Farhadi und Juho Kuosmanen beziehungsweise Nadav Lapid und Apichatpong Weerasethakul gingen.

Dem vor der Verleihung vielfach als Favorit genannten Film Drive My Car des Japaners Ryusuke Hamaguchi blieb nur der Drehbuch-Preis. Dafür wurde „Drive My Car“ sowohl von der Ökumenischen Jury als auch von der FIPRESCI-Jury zum Favoriten gekürt.


Die Preise im Überblick:

Goldene Palme: Titane von Julia Ducournau

Großer Preis der Jury: Ghahreman von Asghar Farhadi ex aequo Hytti No. 6von Juho Kuosmanen

Preis der Jury: Aheds Knie von Nadav Lapid ex aequo Memoria von Apichatpong Weerasethakul

Beste Regie: Léos Carax für „Annette

Bestes Drehbuch: Ryusuke Hamaguchi, Takamasa Oe für „Drive My Car“

Beste Darstellerin: Renate Reinsve in „The Worst Person in the World von Joachim Trier

Bester Darsteller: Caleb Landry Jones in „Nitram“ von Justin Kurzel

Goldene Palme für den besten Kurzfilm: „All the Crows in the World“ von Tang Yi

Goldene Kamera für den besten Debütfilm: „Murina“ von Antoneta Alamat Kusijanović

Preis der Ökumenischen Jury: Drive My Car von Ryusuke Hamaguchi

FIPRESCI-Preis: Drive My Car von Ryusuke Hamaguchi


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