© Netflix (aus "37 Seconds")

Barrierefreiheit bei Netflix & Filmkollektion ums Leben mit Behinderung

Freitag, 20.05.2022

Der Streamingriese will mehr für Inklusion tun und zukünftig mehr Audiodeskriptionen für Sehbehinderte und Untertitel für Hörgeschädigte bieten. Außerdem präsentiert Netflix eine Kollektion mit Serien und Filmen rund um Menschen mit Behinderung.

Diskussion

Der Streamingdienst Netflix will mehr seiner Inhalte für Menschen mit Behinderungen zugänglich machen: Am 19. Mai kündigte Netflix an, sein Angebot an Audiodeskriptionen und Untertiteln für Hörgeschädigte zu seinen Filmen und Serien zu erweitern. Bis ins Jahr 2023 hinein will Netflix diese Funktionen laut Pressemeldung für „einen größeren Teil des Netflix-Katalogs und in mehr Sprachen, einschließlich Deutsch, Spanisch und Französisch“ einführen. Von über 20 Sprachen für die neuen Audiodeskription- und Untertitel-Optionen ist die Rede; die entsprechenden Filme und Serien werden entsprechend gekennzeichnet.

Gleichzeitig hat der Streaminganbieter eine Film- und Serienkollektion als „Vielfältige Hommage an Menschen mit Behinderung“ zusammengestellt.


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Sie umfasst 34 Titel, unter anderem „Ein besonderes Leben“, eine autobiografisch inspirierte Serie von und mit Ryan O’Connell um einen Protagonisten mit zerebraler Kinderlähmung, der sich beruflich wie privat freischwimmt, erfrischend selbstironisch-pointiert als Sitcom umgesetzt. An weiteren Highlights ist der Dokumentarfilm „Der Sommer der Krüppelbewegung“ von James Lebrecht und Nicole Newnham zu sehen, der 2021 für einen „Oscar“ nominiert war. Es geht um das sogenannte „Camp Jened“, ein US-Sommercamp für Jugendliche nicht weit entfernt von Woodstock, in dem Teenager mit Behinderungen um 1970 den Sommer verbrachten; die Erfahrungen dort wurden zum Impuls für Teilnehmer, auch jenseits des Camps mehr Inklusion und gesellschaftliche Beteiligung einzufordern, woraus eine erste US-Bürgerrechtsorganisation behinderter Menschen hervorging. Ebenfalls mit dabei ist „37 Seconds“, mit dem die japanische Regisseurin Hikari 2019 im Panorama der Berlinale begeisterte. Im Zentrum steht eine junge Frau, die von Geburt an in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und an den Rollstuhl gefesselt ist, aber wunderbar zeichnen kann und eine Karriere als Manga-Zeichnerin anvisiert. Dabei muss sie sich allerdings gegen ihre überbehütende Mutter behaupten.

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