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Viva Forever

Präzise Tragikomödie um eine Mädchen-Clique, die sich auseinandergelebt hat - bis 9.12. in der ZDf-Mediathek

Veröffentlicht am
12. Juni 2024
Diskussion

Im Sommer geht es an den Gardasee, wo einige Tage lang nur der Mädchen-Clique und dem Relaxen gehören – das war für sechs Freundinnen seit ihrer Teenager-Zeit eine Gewissheit, an der nicht gerüttelt wurde. Doch mittlerweile sind alle um die dreißig und haben sich stark unterschiedlich entwickelt.

 Francesca (Natalia Rudziewicz) ist im Dauerstress angesichts ihrer nahen Hochzeit, eines damit kollidierenden Jobangebots und einem Hang zu Kontrollzwang und mehr oder weniger offensichtlichem Snobismus; dass ihre Freundinnen in der Ferienwohnung von Francescas Eltern Urlaub machen, reibt sie ihnen jedenfalls öfter unter die Nase. 

Luz (Janet Rothe), Amali (Homa Faghiri) und Sophie (Ina Maria Jaich) plagen sich mit ungelösten Studiums-/Berufs- und Beziehungsfragen, während Fana (Thandi Sebe) mit Anwaltsjob und wechselnden Liebhabern gut zurechtkommt, vom noch unverarbeiteten Tod ihrer Mutter aber schwer getroffen ist. Die sechste im Bunde, Lotte, sagt den Urlaub kurzfristig und ohne Begründung ganz ab. 

Die anderen versuchen, sich davon die Stimmung nicht verderben zu lassen, doch mehr und mehr offenbaren sich auch zwischen ihnen Differenzen und Geheimnisse und damit die Brüche, die ihre einst enge Freundschaft längst aufweist.

Sinje Köhler inszeniert ihren tragikomischen Hochschul-Abschlussfilm, für den eigene Erlebnisse im Urlaub und mit ihrer Freundinnen-Clique die Inspiration gaben, in fast beiläufig wirkender, aber tatsächlich sehr präziser Inszenierung. Das authentische Zusammenspiel der Darstellerinnen sorgt zudem für eine große Wahrhaftigkeit. Mit feinen Details etabliert der Film unter der sonnigen Oberfläche eine melancholische Gewissheit um die Endlichkeit für unzerbrechlich gehaltener Bindungen. – Sehenswert ab 14.

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