© Akademie der Künste Berlin/Maren Horn

Berlin 1933 - Tagebuch einer Großstadt

Dienstag, 31.01.2023 14:57

Vielschichtige Collage in zwei Teilen über das Ende der Demokratie 1933 - bis 23.4. in der arte-Mediathek

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Im Januar 1933 ist in Berlin jeder dritte arbeitslos oder hungert und friert in Mietskasernen oder Baracken. Straßenschlachten und politische Morde sind an der Tagesordnung. Das Land ist gespalten. Sozialdemokraten und Bürgerliche regieren die Stadt, aber im Reichstag bilden die Gegner der Demokratie, die NSDAP und die Kommunisten, die Mehrheit.

Zwölf Monate später ist von den Widersprüchen und der Vitalität nichts übriggeblieben. Die Stadt ist einer Partei und einem „Führer“ unterworfen. Berlinerinnen und Berliner jubeln der neuen Macht zu, ziehen sich vor ihr ins Privatleben zurück oder fliehen, wenn sie denn noch fliehen können und nicht schon ermordet oder in Kerkern verschwunden sind.

Aus der vibrierenden Metropole Berlin ist so binnen wenigen Monaten die Hauptstadt des Dritten Reichs geworden. Die zweiteilige Dokumentation von Volker Heise fängt über zeitgenössische Aussagen und Dokumente ein, wie die Menschen das Jahr 1933 erlebten, und kombiniert damit zeitgenössisches Archivmaterial. Eine Collage über das Ende einer Demokratie und den Beginn einer Diktatur.

Im Januar 2023 jährt sich dieser abrupte Wechsel zum 90. Mal just in einer Zeit, in der Demokratien auf der ganzen Welt in ähnlicher Weise bedrängt werden. Wohin dies führen kann, ist im Jahr 1933 zu beobachten, weshalb die historischen Ereignisse vielleicht gerade jetzt eine genauere Betrachtung verdienen. – Ab 14.

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