Kleinstädte sind beliebtes Kinoland, eignen sie sich doch vortrefflich als Mikrokosmos, in dem sich gesamtgesellschaftliche Problemlagen übersichtlich aufgreifen lassen. So auch Waldsee in „Ein ganz großes Ding“ von Regisseurin Francis Meletzky und Drehbuchautor Ralf Husmann. Im Zentrum der Ensemble-Komödie steht Bürgermeisterin Kristina Lurz (Silke Bodenbender), die beträchtlichen politischen Ehrgeiz hegt, während ihr Mann Lennart (Christian Erdmann) und der Rest des Örtchens es eher bescheiden angehen lassen.
Ein Projekt mit indischen IT-Fachkräften soll den Ort bundesweit bekannt machen, doch einige rabiate Gegner aus Waldsee melden lautstark Widerspruch an. Dann legt ein Erpresser mit einer Sabotageaktion die Computer der Stadt lahm und ein tumbes Provinzgangster-Duo (Sebastian Schwarz, Hinnerk Schönemann) taucht auf.
Die wendungsreiche Komödie bietet viel Dialogwitz und skurrile Figuren, eine oder andere realgesellschaftliche Schieflage wird launig kommentiert. Dabei sucht der Film nicht die erzählerische Eskalation, sondern ist grundsätzlich harmonisch ausgerichtet, was der Satire etwas den Stachel nimmt, aber den Unterhaltungswert nicht mindert. – Ab 14.