Sven Nordin, Juliane Köhler in "Zwei Leben"
Sven Nordin, Juliane Köhler in "Zwei Leben" (© arte/Tom Trambow)

Zwei Leben

Drama um eine Frau, die als NS-"Lebensborn"-Kind befragt wird - bis 22.9. in der arte-Mediathek

Veröffentlicht am
20.09.2026 - 09:59:47
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Das Leben einer norwegischen Bilderbuch-Familie aus der Mittelschicht gerät aus den Fugen, als nach dem Mauerfall der idealistisch gesinnte Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) bei ihnen auftaucht und die Mutter Katrine (Juliane Köhler) nach ihren Erlebnissen als sogenanntes „Lebensborn“-Kind befragt. Nach seinen Unterlagen war Katrine als Kind eines deutschen Besatzungssoldaten während des Krieges entführt und in einem „Lebensborn“-Heim aufgezogen worden; viele Jahre später hatte sie ihre Mutter gesucht und schließlich auch wiedergefunden.

Mit ihrem Fall will der Anwalt vor dem Europäischen Gerichtshof für die Rechte anderer Lebensborn-Kinder streiten. Doch Katrine will nicht mitmachen. Der Grund: Sie ist gar nicht die, für die sie sich ausgibt, sondern eine DDR-Spionin, die in den 1970er-Jahren nach Norwegen geschleust wurde. Wenn dies bekannt wird, droht sie alles zu verlieren.

Das spannende, kunstvoll in Szene gesetzte Drama von Georg Maas bedient sich erzählerisch und inszenatorisch sowohl beim Agententhriller als auch beim Melodram. Der Film erzählt mit vielen Rückblenden, die meisterlich das unterschiedliche Filmmaterial nutzen, um mit Farbe, Körnung oder Kontrast die Atmosphäre der einzelnen Zeitepochen und Schauplätze einzufangen. Immer feinmaschiger zieht sich das Netz um die Protagonistin zusammen, bis schließlich die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Ein vielschichtiges, beklemmendes Puzzle über zwei hier miteinander verbundene Kapitel der deutschen Zeitgeschichte. - Ab 14.

 

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