Für einen Moment ist Denis (Jonas Nay) beim Autofahren abgelenkt und bemerkt das alte Ehepaar auf der Straße zu spät. Die Frau kommt ums Leben, der Mann (Joachim Król) überlebt schwer verletzt. Zwar lebt Denis keineswegs weiter wie bisher – er gibt die Ambitionen als Fotograf auf, wirkt ziellos, die Beziehung zu Luana (Nairi Hadodo), die mit im Auto saß, zerbricht –, doch eine Konfrontation mit dem Überlebenden scheut er. So lange, bis seine Bewährungsstrafe abgelaufen ist und seine Bewährungshelferin ihn unter Druck setzt. Die Begegnung mit Alfred läuft jedoch überraschend: Dieser hat keine Erinnerung an die Verstorbene und den Unfall, verwirklicht sich aber in einer Mal-Gruppe für Beeinträchtigte selbst und begrüßt Denis freundlich als vermeintlichen Kunstinteressenten. Als ein Bild, auf dem Alfred unbewusst seine Frau gemalt hat, versehentlich verkauft wird, gerät er seelisch völlig aus dem Tritt. So erklärt sich Denis widerwillig bereit, Alfred zu helfen, das Bild wiederzubeschaffen.
Das Drama von Rainer Kaufmann um Schuld und Freundschaft wird etwas umständlich angestoßen und bleibt inhaltlich eher unwahrscheinlich, was die vitale Mal-Gruppe – überwiegend besetzt mit tatsächlich geistig oder körperlich beeinträchtigten Mitgliedern einer Künstlerinitiative – und die Interaktion der Hauptfiguren aber vergessen machen. Die beiden Hauptdarsteller agieren zudem so präzise, dass der Film nie in billige Sentimentalität verfällt. – Ab 14.