Pawel Talankin in „Ein Nobody gegen Putin“ (© Frantisek Svatos/arte)

Ein Nobody gegen Putin

Dokumentarfilm über Putins Propaganda mit im Geheimen gefilmten Aufnahmen - bis 29.4.2030 in der arte-Mediathek

Veröffentlicht am
21.01.2026 - 09:41:21
Diskussion

Pawel Talankin ist Lehrer einer Schule in der Kupferminenstadt Karabasch im Ural, die von der Unesco einst als „giftigster Ort der Welt“ bezeichnet wurde, was sie jahrelang zum makabren Anziehungspunkt für Touristen machte. Das berichtet Talankin selbst in dem Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“ und legt damit direkt den bitter-ironischen Tonfall des Werks fest. Talankin ist nicht nur begeisterter Pädagoge, sondern auch Amateurfilmer, der gern die Aktivitäten an der Schule aufzeichnet. Nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 wird er deshalb verpflichtet, die Durchsetzung der neu verordneten Propaganda im Lehrplan aufzuzeichnen. Zunehmend entsetzt zeichnet der Lehrer auf, wie seine Kollegen teils blind die Verzerrungen der Geschichte und die Verharmlosung des Kriegs befördern, teils resignativ die Befehle ausführen. Kurz vor Kündigung wendet sich jedoch ein ausländischer Regisseur an ihn, der Talankin bittet, die Aufnahmen nutzen zu können. Mit neuer Motivation führt der Lehrer die gefährliche Arbeit fort.

Zusammengefügt werden konnten die versteckten Aufnahmen erst nach Talankins Emigration, wobei dieser neben dem Routinier David Borenstein auch als Regisseur genannt wird. Ihr Film bietet einen raren Einblick in das gleichgeschaltete Russland unter Putin und zeigt die Ausmaße seiner Indoktrination, die auf die gesamte Gesellschaft zielt. Der Film ist – seinen Entstehungsbedingungen geschuldet – mitunter etwas unfokussiert, was den frappierenden Szenen aber nichts von ihrer aufklärerischen Kraft raubt. Nicht zuletzt machen sie deutlich, dass Akte des Widerstands in der russischen Zivilbevölkerung zwar möglich sind, aber nur unter enormer Gefahr. – Ab 14.

Zur Filmkritik Zum Streaming

Jetzt den FILMDIENST-Newsletter bestellen

Ja, ich möchte wöchentlich den FILMDIENST-Newsletter abonnieren. 
 
In jedem Newsletter befindet sich ein Link zum Abbestellen. 
 
Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.
Kommentar verfassen

Kommentieren