Eine angehende Filmemacherin Mitte zwanzig ist kürzlich von Limoges nach Paris gezogen und kommt in der WG zweier anderer junger Leute unter, die seit Kindheit befreundet sind. Die beiden integrieren sie in ihr Sonntagnachmittag-Ritual: sie schauen gemeinsam einen traurigen Film. Das kann „Vogelfrei“ von Agnes Varda sein oder aber ein melancholischer Schwarzweißfilm des in Vergessenheit geratenen Guy Gilles. Die Filmemacherin schreibt selbst an einem Drehbuch und bekommt dabei Online Hilfe von einem unkonventionellen Hollywoodregisseur; ihre Mitbewohnerin arbeitet in einer Bar, ist etwas verloren und hadert mit ihrer neuen Flamme, und der Mitbewohner, der sich zum Sushi Chef ausbilden lässt, hat ausgerechnet eine Liebesaffäre mit der Mutter der Kindheitsfreundin, zu der diese eine toxische Beziehung pflegt.
„Sonntagnachmittage sollte man verbieten“, heißt diese charmante Miniserie von Isabel Coixet im französischen Original. Getragen von einer melancholisch-poetischen Grundstimmung, läuft die katalanische Filmemacherin endlich wieder zur kreativen Höchstform ihrer ersten Spielfilme wie „Mein Leben ohne mich“ auf. Ihr Paris Bild funktioniert dabei ebenso als romantisiertes Refugium wie auch als Schauplatz einer hochaktuellen Reflektion über den Alltag einer jungen Generation in weltpolitischen Krisen. Neben den drei hervorragenden Hauptdarstellern glänzen Jeanne Balibar als unkonventionelle Mutterfigur und Tim Robbins als weißbärtiger, weiser Hollywoodregisseur voller Esprit. Eine zwischen Leichtigkeit und gelegentlichen Temperamentausbrüchen pendelnde Dramödie, die tiefgründige und sinnliche Unterhaltung liefert. - Ab 14.