Vor langer Zeit wurde Joseph Komalschek (Götz George) für den Mord an seiner Nachbarin und ihrem Säugling zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, obwohl er stets seine Unschuld beteuert hat. Der Filmtitel „Besondere Schwere der Schuld“ bezieht sich dabei auf einen Begriff des Strafrechts, das eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt. Doch nach drei Jahrzehnten kommt Komalschek dennoch frei, als die nachträglich angeordnete Sicherheitsverfahrung wegen eines Verfahrensfehlers abgelehnt wird. Er kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo ihm tiefes Misstrauen und harsche Ablehnung entgegenschlägt, insbesondere durch den früheren Polizisten Klaus Barner (Manfred Zapatka), der damals die Ermittlungen leitete.
Barners Sohn Tom (Hanno Koffler), der jetzt selbst ein Polizist ist, observiert Komalschek auf Schritt und Tritt – bis der ihm bei einem Unglück das Leben rettet. Als er zudem auf Indizien stößt, die Komalscheks Unschuld nahelegen, vertieft sich der junge Ermittler in die Prozessakten. Ein prominent besetzter, in den Nebenrollen brillant gespielter (Fernseh-)Thriller von Kaspar Heidelbach, in dem Götz George mit unbewohnt stillen Tönen glänzt, der sich vorsichtigen durch einen Sumpf aus alten Lügen und Verbrechen tasten muss. Dramaturgische Zugeständnisse an die Fernsehkonventionen minimieren jedoch die Qualität des bedrängenden Dramas. – Ab 14.