Matt Damon als Odysseus in "Die Odyssee" von Christopher Nolan
Matt Damon als Odysseus in "Die Odyssee" von Christopher Nolan (© Universal Studios)

Was „Die Odyssee“ mit den anderen Christopher-Nolan-Filmen verbindet

Das eigentlich als unverfilmbar geltende Epos „Die Odyssee“ von Homer passt zu einem Regisseur wie Christopher Nolan, der sich immer wieder mit komplexen Figuren und außergewöhnlichen Erzählstrukturen beschäftigt hat

Aktualisiert am
15.07.2026 - 14:08:31
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In „Die Odyssee“ von Christopher Nolan geht es um einen traumatisierten Mann, der mit den Folgen seiner Entscheidungen und der eigenen Vergangenheit ringt. Die sprichwörtliche Irrfahrt des listigen Kriegshelden, dessen List zur Eroberung der Stadt Troja führte, verwandelt sich dabei zu einer Reise zu sich selbst. Das wuchtige, aufwendig inszenierte Epos startet am Donnerstag, 16. Juli, in den deutschen Kinos.

 

 

Lange wurde auf Christopher Nolans aufwendige Verfilmung von Homers legendärem Epos „Die Odyssee“ gewartet. Darin spielt Matt Damon den sagenhaften König Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg eine jahrelange und gefährliche Heimreise nach Ithaka antritt. Auf seinem Weg wird er nicht nur von den Göttern beeinflusst, sondern begegnet auch mythischen Gestalten wie dem Zyklopen Polyphem, den Sirenen und der Zauberin Circe, die seine Gefolgschaft in Schweine verwandelt.

Nach dem immensen Erfolg von „Oppenheimer“ scheint Nolan nun die Freiheit zu haben, sich auch an besonders ambitionierte Stoffe zu wagen. Dass er sich ausgerechnet Homers als unverfilmbar geltendes Epos aussuchte, passt zu einem Regisseur, der sich immer wieder mit komplexen Figuren und außergewöhnlichen Erzählstrukturen beschäftigt hat.

 

Bewährtes Team & vertraute Themen

Mit seinem bisherigen Schaffen ist auch Nolans Team eng verbunden, das er immer wieder um sich schart: von Kameramann Hoyte van Hoytema bis zur Musik von Ludwig Göransson. Auch mit vielen Schauspieler:innen hat er bereits mehrfach zusammengearbeitet: sei es Matt Damon („Interstellar“ und „Oppenheimer“), Robert Pattinson („Tenet“), Anne Hathaway („The Dark Knight Rises“) oder Elliot Page („Inception“).

Es lassen sich aber vor allem auch inhaltliche Parallelen zu vergangenen Filmen erkennen. Wie viele von Nolans früheren Hauptfiguren ist auch Odysseus ein Mann auf der Suche. Er möchte in seine Heimat und zu seiner Familie zurück, doch der Weg dorthin wird zunehmend mehr als nur ein Ziel: Die Odyssee selbst wird zum bestimmenden Teil seiner Existenz.

Ein zweifelnder Held: Matt Damon als Odysseus
Ein zweifelnder Held: Matt Damon als Odysseus (© Universal Studios)

 

Ein ähnliches Motiv findet sich bereits in „Memento“, in dem Leonard Shelby (Guy Pearce) nach dem Mörder seiner Frau sucht und dabei eigentlich von der Suche selbst bestimmt wird. In „Inception“ versucht der Agent Cobb (Leonardo DiCaprio), seine verlorene Familie zurückzugewinnen, während Traum und Wirklichkeit immer stärker miteinander verschmelzen. Besonders deutlich wird die Verbindung zu „Interstellar“: Wie Odysseus ist auch Cooper (Matthew McConaughey) ein Vater, der durch Raum und Zeit von seiner Familie getrennt wird und alles daransetzt, zu ihr zurückzukehren. Und in „Oppenheimer“ wird die Suche nach wissenschaftlichem Fortschritt für den titelgebenden Physiker Robert Oppenheimer (Cillian Murphy) zu einer Last, die weit über seine eigene Person hinausgeht.

 

Traumatisierte Männer

Odysseus’ Heimkehr ist deshalb mehr als eine Reise von einem Ort zum anderen. Nach Jahren des Krieges und der Irrfahrt ist der antike Held geprägt von den Verlust seiner Familie, der Verantwortung für die Götter und seine Gefolgschaft sowie der Erfahrung, dass Zeit nicht zurückgeholt werden kann. Damit könnte „Die Odyssee“ ein weiterer Nolan-Film über traumatisierte Männer werden, die versuchen, mit den Folgen ihrer Entscheidungen und der eigenen Vergangenheit umzugehen.

Inwiefern Christopher Nolan mit seinem neuen Film tatsächlich an diese Themen anknüpft, lässt sich ab Donnerstag, 16. Juli, herausfinden. Dann startet „Die Odyssee“ in den deutschen Kinos.

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