Felix Knorr

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„Inventing Queer Cinema“ in der Deutschen Kinemathek

Vom 7. Mai bis 13. September zeigt die Deutsche Kinemathek in Berlin die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“. Dabei werden Filme und Filmschaffende in den Mittelpunkt gerückt, die seit den 1970er-Jahren das queere Kino in Deutschland geprägt haben.

Half Man

  • Großbritannien 2026
  • R: Alexandra Brodski

In den 1980er-Jahren wachsen zwei Jungen in bescheidenen Verhältnissen in Schottland auf und werden durch die Beziehung ihrer Mütter zu einer Patchwork-Familie zusammengeschweißt, wobei der eine dominant-aggressiv und der andere schüchtern ist. Daraus entsteht eine seltsame Dynamik, die sich über mehr als vierzig Jahre zu einer kaum auflösbaren Abhängigkeit verfestigt. Was als Kindheitsfreundschaft beginnt, frisst sich tief in die Identität beider Männer und prägt ihre späteren Beziehungen nachhaltig. Packend erzählte Miniserie, getragen von einem hervorragenden Ensemble, über Männlichkeitsrituale, missbräuchliche Bindungen und unterdrückte Sehnsüchte freilegt. Der Übergang vom Jugenddrama zum psychologischen Thriller gelingt dabei auch dank der fragmentierten Erzählstruktur, die die Ereignisse immer wieder neu kontextualisiert.

Endless Cookie

  • Kanada 2025
  • R: Peter Scriver

Zwei Halbbrüder – einer indigener Herkunft, der andere weiß – begeben sich auf eine Reise durch ihre eigene Vergangenheit. Anekdotisch erzählen sie von alltäglichen Rassismuserfahrungen in Kanada, werden dabei jedoch immer wieder von ihrer Großfamilie unterbrochen. Ein von Selbstironie und absurder Redundanz getragener Animationsfilm, der zwischen Doku-Anthologie, Filmessay und animierter Podcast-Aufnahme changiert. Die detailreiche, ins Surreale driftende Aufmachung der schrulligen Charaktere gleicht der zugrundeliegenden Familienbande auf chaotisch-sympathische Weise.

We Bury the Dead

  • Australien 2024
  • R: Zak Hilditch

Auf Tasmanien sorgt eine experimentelle Waffe des US-Militärs dafür, dass auf der australischen Insel schlagartig über eine halbe Millionen Menschen sterben. Einige der Toten stehen jedoch wieder auf und entwickeln motorische Fähigkeiten. In der Hoffnung, dass auch ihr Ehemann zu den „Rückkehrern“ gehört, meldet sich eine Frau als Freiwillige für Bergungsarbeiten in den verlassenen Gebieten. Entgegen den Aussagen der Behörden erweisen sich die Untoten als gefährlicher, als zunächst vermutet. Zombiefilm, der sich weniger als rasanter Genrebeitrag denn als Drama über Verlust und menschliche Abgründe entpuppt. Die versierte Hauptdarstellerin vermittelt zwar eindringlich die Emotionen ihrer Figur, doch die unausgereifte, allzu stark auf Rückblenden bauende Dramaturgie kann keine rechte Sogwirkung entwickeln; und nur manchmal gelingen der Inszenierung packende Szenen.

Outcome

  • USA 2026
  • R: Jonah Hill

Ein neu aufgetauchtes, potenziell rufschädigendes Video lässt einen Schauspiel-Superstar verzweifeln. Äußerst besorgt um sein makelloses Image, lässt er von seinem exzentrischen Anwalt einen Krisenstab einberufen. Da niemand weiß, was auf dem Video zu sehen ist, empfiehlt das Gremium, dass der sich vorsorglich bei allen Personen seiner Vergangenheit entschuldigt. Eine schwarzhumorige Komödie, die sich anfangs als bissige Satire auf eine Celebrity-Welt entfaltet, in der Authentizität quasi zum Ding der Unmöglichkeit geworden ist angesichts des Drucks einer digital vernetzten Öffentlichkeit, in der jeder Fehltritt in Windeseile viral gehen kann und die permanent beobachtet und bewertet; im Lauf der Handlung mündet das Ganze allerdings in eine etwas allzu stromlinienförmige Läuterungsgeschichte. Themen wie Selbstvermarktung und Cancel Culture dienen dabei vor allem als Aufhänger für provokante Pointen.

Was Menschlichsein bedeutet - Julia Ducournau über „Alpha“

Mit ihrer intensiven Genremischung „Titane“ gewann die französische Regisseurin Julia Ducournau 2021 die „Goldene Palme“ in Cannes. Auch ihr Film „Alpha“ (ab 2. April im Kino) hatte seine Premiere an der Côte d’Azur und lässt in der Geschichte um ein Mädchen, das in den 1980er-Jahren in einer Zeit aufwächst, in der ein Virus Menschen versteinern lässt, einfache Zuschreibungen hinter sich. Ein Gespräch über die Überwindung von Genres und wirklichen Horror im Dasein.

Rooster

  • USA 2026
  • R: Bill Lawrence

Ein erfolgreicher Schriftsteller hält an dem College, an dem seine Tochter unterrichtet, eine Lesung ab, um ihr beizustehen, da sie von ihrem Freund, der ebenfalls ein Dozent ist, wegen einer jungen Studentin verlassen wurde. Vor Ort trifft er nicht nur auf argwöhnische Kollegen, sondern knüpft auch intensive Beziehungen zu den Studierenden. Die Comedy-Serie wartet mit pointierten Dialogen und unterhaltsamen Wendungen auf und bezieht ihren Humor aus der Kollision der Generationen. Den zahlreichen, oft sehr exzentrischen Nebenfiguren fehlt es jedoch an Tiefgang.

G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge

  • USA 2026
  • R: Tyree Dillihay

Ein junger Ziegenbock erfüllt sich den lang ersehnten Traum, in einem Profiteam „Roarball“, die Tier-Variante von Basketball, zu spielen, demselben Team, dem auch sein großes Vorbild angehört. Doch die anfängliche Euphorie wird getrübt, als das Team und viele Fans ihn als zu klein und schmächtig für die brachiale Sportart befinden. Launiger Animationsfilm, der seine erwartbare Underdog-Geschichte mit einer dynamischen Inszenierung kompensiert und die Mechanismen des basketballähnlichen Profisports überraschend akkurat visualisiert. Dazu gehört auch der Einbezug des soziokulturellen Aspekts von Basketball und der kritische Blick auf die Auswüchse sozialer Medien.

Crime 101

  • USA 2025
  • R: Bart Layton

Ein geschickter Dieb zieht seine riskanten Raubzüge entlang des Highway 101 in Los Angeles durch, ohne dass die Polizei ihn bislang fassen konnte. Für seinen letzten großen Raub tut er sich mit einer desillusionierten Versicherungsmaklerin zusammen, doch sowohl ein abgehalfterter Polizist als auch verräterische Vertraute gefährden seinen Plan. Ein trotz tendenzieller Überlänge dynamisch erzählter Heist-Film, der seine ausufernde Geschichte durch eine clevere Konstruktion kompakt umsetzen kann. Manche Nebenstränge und einige Figuren des ausladenden Ensembles kommen zwar nicht recht zur Geltung, doch insbesondere dem Schnitt gelingt es, die Stärken des Genres aufzurufen.

Barrio Triste

  • Kolumbien 2025
  • R: Stillz

In der kolumbianischen Stadt Medellín überfällt eine Gruppe Jugendlicher ein Fernsehteam, raubt die Handkamera und filmt damit fortan ihren Alltag. So halten sie fest, wie sie einen Juwelierladen überfallen, durch die Nachbarschaft ziehen und über Dächer fliehen, unterbrochen von seltenen Momenten der Ruhe, aber ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ein experimenteller Coming-of-Age-Film, der zwischen Dokufiktion, Kunstinstallation und Found-Footage-Horror changiert und in seinem rohen Material eine außergewöhnliche Dynamik entfaltet. Die sich wiederholenden schmuddeligen Aufnahmen enthalten mitunter auch unerwartet sanfte Momente.

A Poet

  • Kolumbien 2025
  • R: Simón Mesa Soto

Ein arbeitsloser Dichter pflegt ein schwieriges Verhältnis zu seiner entfremdeten Tochter und kommt nur mit Alkohol und Selbstmitleid durch den Tag. Nachdem er in Medellín einen Lehrerjob angenommen hat, wird er auf das lyrische Talent einer Schülerin aufmerksam. Als Mentor möchte er dem Mädchen einen Platz bei einem Poesiewettbewerb verschaffen, doch der neu entdeckte Lebensmut ist sofort wieder aufgebraucht, als böse Gerüchte über ihn verbreitet werden. Eine klug konzipierte Tragikomödie, die ihre Hauptfigur durch zahlreiche abstruse Situationen zum traurigen Gespött macht, um zugleich Fragen nach Kunst und Reputation aufzuwerfen. Besonders gelingt dabei die Symbiose aus Tragik und Posse, die sich markant in der Mimik des Hauptdarstellers ausdrückt.

Shell - Schönheit hat ihren Preis

  • USA 2024
  • R: Max Minghella

Einem einst gefeierten TV-Sternchen gehen die Rollenangebote aus, weil sie sich mit jüngeren Schauspielerinnen messen muss, die in der Branche als attraktiver gelten. Als sie von der bahnbrechenden Anti-Aging-Technologie einer charismatischen Unternehmerin hört, ergreift sie diese Chance, um an frühere Erfolge anzuknüpfen. Doch Schönheit hat bekanntlich ihren fiesen Preis. Müde Hollywood-Satire mit Elementen des Body-Horrors, die sich in Gefilden ähnlicher Werke wie „The Substance“ bewegt, dabei aber mit einer unbeständigen Inszenierung verwirrt und keines der gewählten Genres gut bedient.

Adolescence

  • Großbritannien 2025
  • R: Philip Barantini

Ein 13-Jähriger wird eines Morgens wegen Mordverdachts verhaftet; er wird beschuldigt, eine Mitschülerin mit mehreren Messerstichen ermordet zu haben. Der Junge streitet die Tat zunächst ab, doch die Beweise, nicht zuletzt Aufnahmen einer Überwachungskamera vom Tatort, sind erdrückend. Bei der Suche nach dem Motiv enthüllt sich ein komplexes Gemisch, in das familiäre Rollenmuster ebenso hineinspielen wie chaotische Bedingungen an der Schule des Jungen und der Einfluss der sozialen Medien sowie einer misogynen Hasskultur im Internet. Der Mehrteiler spürt in vier Episoden, die jeweils ohne sichtbare Schnitte in einer Einstellung gedreht sind, realitätsnah und schmerzhaft destruktiven Geschlechterbildern junger Männer und den vielfachen Ursachen dafür nach. Dank einer packenden Inszenierung, eines klugen Dialogdrehbuchs und herausragenden Schauspielleistungen ein ebenso beklemmendes wie erhellendes Filmerlebnis.

Predators (2025)

  • USA 2025
  • R: David Osit

Ein Dokumentarfilmer rekonstruiert das Erbe einer Fernsehsendung, die einst pädophile Männer in sorgfältig präparierte Fallen lockte, und gerät dabei unweigerlich in die moralischen Verwerfungen ihrer Inszenierung. Während er ehemaligen Lockvögeln, Polizisten, Staatsanwälten und selbsternannten YouTube-Nachfolgern zuhört, verschiebt sich der Blick: Ein Geflecht aus Sensationslust, Vermarktungslogik und engstirnigen Diskursen wird offengelegt. Die Dokumentation verhandelt mit filmischer Raffinesse kritisch die Mechanismen solcher True-Crime-Formate, spart dabei jedoch die Empathie für alle Beteiligten nie aus und findet darüber zu einem zutiefst persönlichen Zugang.

Predator: Badlands

  • USA 2025
  • R: Dan Trachtenberg

Ein junger Predator wird von seinem Stamm verstoßen, weil sein Vater ihn für zu schwach und damit unwürdig empfindet. Gedemütigt und in seinem Stolz verletzt, reist er auf einen gefährlichen Planeten, um eine scheinbar unbezwingbare Kreatur zu erlegen und sich so seine Ehre zurückzuerobern. Während der Jagd trifft er auf eine Droidin, die von einem zwielichtigen Forschungstrupp stammt. Im sechsten Teil der Science-Fiction-Reihe wird die Jägerfigur erstmals in die Rolle eines Protagonisten erhoben und gewinnt im Kampf zwischen Natur und Technologie sogar überraschend menschliche Züge. Filmisch verharrt der Horror-Actionfilm trotz seines üppigen Weltenbaus in redundanten Genremustern.

After the Hunt

  • Italien 2025
  • R: Luca Guadagnino

Eine Philosophie-Professorin der Uni Yale gerät in einen Konflikt, als eine ihrer Doktorandinnen Vorwürfe gegen einen Kollegen und Freund erhebt: Die junge Afroamerikanerin behauptet, dass der Dozent sie sexuell missbraucht habe; dieser weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt seinerseits die Anklägerin, ihn wegen seiner Einwendungen gegen ihre Doktorarbeit ans Messer liefern zu wollen. Das in einer privilegierten Wissenschaftswelt angesiedelte Drama macht es bewusst schwer, eine Haltung zu den Figuren zu entwickeln, indem neue Informationen immer wieder den Blick auf sie verändern. Der Film erkundet ein Klima profunder Verunsicherung in einem akademischen Milieu, dessen Ideale von Chancengleichheit und Anti-Diskriminierung im Wirrwarr widerstreitender Interessen und Wahrnehmungen schwierig umsetzbar sind.

Alles voller Monster

  • Großbritannien 2025
  • R: Steve Hudson

In einer Burg hoch über einem Dorf haust ein exzentrischer Wissenschaftler mit zahlreichen von ihm zum Leben erweckten Kreaturen. Seine erste Schöpfung dient ihm dabei als Helfer, fühlt sich aber zunehmend missachtet. Als er sich einem Kuriositäten-Zirkus anschließt, erfährt der geldgierige Zirkusdirektor bald von der Existenz der Monster auf der Burg. Eine kindgerechte, sorgfältig umgesetzte Animationsadaption einer Graphic Novel, die vor allem mit ausgelassenem Slapstick und knallbunten Kreaturen punktet. Dabei wirken die Figuren allerdings etwas glattpoliert und daraufhin konzipiert, hinter dem harmlosen Spaß nur ja kein Gruseln zuzulassen.

Steve

  • Irland 2025
  • R: Tim Mielants

Ein britischer Schulleiter versucht Mitte der 1990er-Jahre, eine reformpädagogische Schule auf dem Land am Leben und die Jugendlichen darin zusammenzuhalten. Geschildert wird ein einziger Schultag voller äußerer und innerer Konflikte, der in der drohenden Schulschließung eskaliert. Der Film ist anfangs kraftvoll inszeniert und von einer rauen Bildsprache geprägt, verheddert sich aber zusehends in einem didaktischen Sozialdrama. Zwar gelingen eindrückliche Momente zwischen menschlicher Nähe und Systemkritik, doch die gegenüber der Romanvorlage verschobene Perspektive vom Schüler zum Lehrer verwässert die eigentliche Fragestellung.

The Lost Bus

  • USA 2025
  • R: Paul Greengrass

In einer südkalifornischen Stadt breiten sich rapide mehrere Brandherde aus. Während das betroffene Gebiet ins Chaos stürzt und Anwohner evakuiert werden müssen, erhält ein ausrangierter Schulbusfahrer einen kniffeligen Auftrag. Nur auf sich gestellt, muss er eine ganze Schulklasse in Sicherheit bringen, während die Flammen überall lauern. Routiniert inszeniertes Katastrophenkino, basierend auf wahren Ereignissen, das mit einer dichten Atmosphäre überzeugen kann. Allerdings bedient sich der Film eines emotionalisierenden Helden-Pathos, das recht altbacken wirkt.

A Big Bold Beautiful Journey

  • USA 2025
  • R: Kogonada

Auf einer Hochzeit lernen sich eine Frau und ein Mann kennen, die sich beide mittels eines wundersamen Auto-Navigationsgerätes bald auf einer Reise in ihre Vergangenheit wiederfinden. Zusammen müssen sie durch verschiedene Türen gehen, um frühere Stationen ihres Lebens anders zu bewältigen. Dadurch sollen sie ihre eigenen Lebenssituationen und die des Gegenübers neu bewerten. Ein nur partiell charmantes Märchen im modernen Gewand, das trotz seiner bezwingenden ästhetischen Gestaltung als Gesamtkonzept nicht funktioniert und über zwischenmenschliche Oberflächlichkeit nur selten hinauskommt.

Night Always Comes

  • USA 2025
  • R: Benjamin Caron

Eine junge Frau muss zwei Jobs ausüben und versucht, ihren Schulabschluss nachzumachen, um ihre verantwortungslose Mutter und den an Trisomie 21 erkrankten Bruder zu unterstützen. Allerdings droht der Familie die Zwangsräumung, sollte sie nicht binnen einer Nacht eine große Summe Geld auftreiben, um das Haus, das sie zur Miete bewohnt, kaufen zu können. Um an die nötigen Geldmittel zu kommen, ist sie sogar bereit, in ihrer schicksalhaften Vergangenheit zu kramen. Ein mühselig aufgebautes Sozialdrama um eine Frau, die um den Ausweg aus prekären Lebensumständen kämpft. Trotz der guten Hauptdarstellerin bleibt der Film unter seinen Möglichkeiten, weil er eher den Weg eines uninspirierten Thrillers als den einer glaubhaften Milieustudie einschlägt und sich an genretypischen Stationen abarbeitet.

Happy Gilmore 2

  • USA 2025
  • R: Kyle Newacheck

Der ehemalige Golfprofi Happy Gilmore hat seine besten Zeiten längst hinter sich, möchte nun aber an seine einstigen Erfolge anknüpfen, um seiner Tochter die ersehnte Ballettausbildung finanzieren zu können. Allerdings hat der vierfache Vater nicht nur mit dem Tod seiner Ehefrau und Alkoholismus zu kämpfen, er scheint auch seinen berühmten Abschlag verlernt zu haben. Bei einem neuartigen Golfturnier möchte er sich dennoch beweisen und trifft dabei auf viele alte Bekannte. Eine stumpfsinnige späte Fortsetzung der Komödie „Happy Gilmore“ (1995), die ihre Geschichte nie weiterdenkt, sondern mit der repetitiven Handlung, wiederverwerteten Gags und zahlreichen Gastauftritten gar nicht erst versucht, die fehlende Substanz und Originalität im Drehbuch zu kaschieren.

Memoiren einer Schnecke

  • Australien 2024
  • R: Adam Elliot

In den 1970er-Jahren verliert ein australisches Geschwisterpaar beide Elternteile. Das Jugendamt schickt die Kinder zu verschiedenen Familien; Kontakt halten sie ausschließlich über Briefe. Der Junge und das Mädchen driften immer mehr auseinander, werden Teil unterschiedlicher Welten, erfahren Freundschaft und erste Liebe. Ein detailverliebter Stop-Motion-Film über Träume und Ängste, soziale Isolation, Abwehrmechanismen und kreative Freiheiten, der sich zum fein austarierten Trauerspiel entwickelt, das seine Knetfiguren trotz schwarzhumoriger Drastik nie entmenschlicht.

Die Wahrheit muss nach außen treten - Körperbilder bei Julia Ducournau

Die französische Regisseurin Julia Ducournau hat sich mit ihren intimen Body-Horror-Filmen als Frontfigur eines neuen feministischen Kinos profiliert. Ihre Werke handeln von jugendlichen Fantasien, sexuellem Erwachen und Gender-Diskursen. Mit extremen Handlungen wird darin metaphorisch zum Kampf gegen hegemoniale Strukturen und überkommene Geschlechtervorstellungen geblasen.

Fountain of Youth

  • USA 2025
  • R: Guy Ritchie

Trotz ihrer entfremdeten Beziehung zueinander, soll ein Geschwisterpaar die Suche nach der sagenumwobenen Quelle des ewigen Lebens aufnehmen. Damit werden sie von einem Milliardär beauftragt, der an Krebs erkrankt ist und sich das ewige Leben herbeisehnt. Verfolgt von verschiedenen Gegenspielern und der Polizei versucht das Team an diversen globalen Schauplätzen, die Hinweise auf den mythischen Jungbrunnen zu entschlüsseln und seinen Aufenthaltsort zu finden. Leidlich unterhaltsamer Abenteuerfilm, der sich als versteckter Actionthriller entpuppt und auf generische Kampf- und Schießeinlagen setzt. Naheliegende Fragen um Leben, Tod und Existenz lässt er indes unberührt.

Nonnas

  • USA 2025
  • R: Stephen Chbosky

Nach dem Tod seiner geliebten Mutter kauft der hinterbliebene Sohn einer italienisch-stämmigen US-Familie, um das Andenken an Mutter und Großmutter zu ehren, ein altes Lokal auf Staten Island, um dort ein italienisches Restaurant zu eröffnen. Statt Profiköchen sollen ausschließlich „Nonnas“, italienisch-stämmige Seniorinnen, am Herd stehen, um den Gästen traditionelle Gerichte zu servieren. Doch die temperamentvollen „Nonnas“ zum funktionsfähigen Team zusammenzuschweißen, entpuppt sich als schwierig. Eine routiniert bis sentimental inszenierte Komödie mit einfacher Struktur und bittersüßen Momenten, die vor allem von einem prominenten Ensemble getragen wird und schöne Momente von Gemeinschaftsgefühl erzeugt.

Havoc (2025)

  • Großbritannien 2025
  • R: Gareth Evans

Ein wortkarger Polizist muss den Sohn eines namenhaften Politikers ausfindig machen, nachdem ein Drogendeal schiefgelaufen ist und dieser für den Mord an einem wichtigen Gang-Mitglied verantwortlich gemacht wird. Dafür muss er sich gegen mehrere Parteien durchsetzen und gerät dabei immer tiefer in die kriminelle Unterwelt. Brutaler und erzählerisch simpler, jedoch exzellent choreografierter und inszenierter Actionfilm, angesiedelt in einer düsteren Metropole. Temporeich folgen ausgefeilte Sequenzen aufeinander, wobei die Figuren durchaus Akzente setzen können.

Dope Thief

  • USA 2025
  • R: Peter Craig

In Philadelphia geben sich zwei kleinkriminelle Freunde als DEA-Agenten aus, um Drogenlager hochzunehmen und das versteckte Geld zu kassieren. Allerdings nehmen sie eines Tages das falsche Anwesen ins Visier und die Situation eskaliert – mehrere Tote sind die Folge. Damit initiieren die beiden ihre eigene Abwärtsspirale, da fortan sowohl Gangs als auch die echten Behörden hinter dem Duo her sind. Routiniert inszenierte und griffig erzählte Crime-Serie, die dem Genre wenig Neues hinzufügen kann, aber mit einer gelungenen Mixtur aus Thriller, Komödie und Sozialstudie auftrumpft. Überzeugen können die beiden Hauptdarsteller, die eine wechselhafte Freundschaft inmitten des unbarmherzigen Milieus porträtieren.

The Gorge

  • USA 2025
  • R: Scott Derrickson

Zwei Elite-Scharfschützen, ein Mann und eine Frau, werden beauftragt, auf gegenüberliegenden Wachtürmen eine anliegende Schlucht zu beaufsichtigen, damit unbekannte Wesen aus der Tiefe nicht entfliehen können. Beeinflusst von der Isolation, nehmen der wortkarge Ex-Soldat und die litauische Agentin unerlaubten Kontakt zueinander auf. Als sie schließlich die Grenze überschreiten, eskaliert die Situation und sie müssen sich gegen die unbekannte Gefahr zur Wehr setzen. Der Film legt ein dystopisches Konzept vor, das sich als unorganisch erzählte Genremixtur entpuppt. Weder die fragwürdig aufgebaute Romanze noch die Elemente des Mystery-Films wollen gelingen.

The Killer's Game

  • USA 2024
  • R: J.J. Perry

Bei einem Elite-Killer wird die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit diagnostiziert, weshalb er nur noch wenige Monate zu leben hat. Damit die Frau, die er liebt, in den Genuss seiner Lebensversicherung kommt, gibt er seine eigene Ermordung in Auftrag. Doch als er erfährt, dass es bei der Diagnose eine Verwechslung gab und er weiterleben kann, muss er sich der vielen Killer-Kollegen erwehren, die das Geld für seine Ermordung kassieren wollen. Ein exaltiert-brutaler Actionfilm mit komödiantischem Einschlag im Fahrwasser der „John Wick“-Filme. Seine rasante Inszenierung und kreative Montage täuschen oft darüber hinweg, dass die Handlung völlig hanebüchen ist.