Jennifer Kruspe ist Försterin in Thüringen; sie betreut mit den Hörselbergen eines der am stärksten gefährdeten Waldgebiete Deutschlands. Kruspe liebt den Wald. Doch sie muss ständig zwischen Naturschutz, Wirtschaft und Klimakrise abwägen. Der Dokumentarfilm von Silvia Palmigiano und János Kereszti beobachtet sie fünf Jahre lang beim Versuch, die unterschiedlichen Interessenslagen auszubalancieren. Waldbesitzer erwarten wirtschaftliche Erträge, Jäger kämpfen um ihren Einfluss auf die Entwicklung des Wildbestands, Anwohner sehen im Wald ihre Heimat. Gleichzeitig sterben Bäume durch Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall.
Der Wald ist dabei Projektionsfläche, Klimaretter, Wirtschaftsraum und Sehnsuchtsort zugleich. Während die Folgen des Klimawandels immer sichtbarer werden, wachsen auch die Erwartungen: Der Wald soll CO2 speichern, Lebensraum schützen, Erholung bieten und zudem den Rohstoff Holz liefern.
Entscheidungen, die die Försterin heute trifft, wirken oft erst Jahrzehnte später. Mit jedem weiteren Jahr aber stellt sich dieselbe Frage neu: Wie kann Kruspe all diesen Erwartungen gerecht werden? Die Langzeitbeobachtung macht sichtbar, wie sich der Wald verändert und wie komplex die Aufgabe geworden ist, ihn zu erhalten und gleichzeitig wirtschaftlich nutzbar zu. - Ab 12.