Nach der Trennung von ihrem Ehemann will Yoshimi (Hitomi Kuroki) möglichst schnell eine neue Wohnung finden. Zum einen, weil sie ihrer kleinen Tochter Ikuko ein neues, ruhiges Zuhause bieten will, zum anderen, damit sie im anstehenden Sorgerechtsverfahren bessere Chancen hat, ihr Kind zu behalten. Der mächtige Mietshauskomplex, in den sie und die Kleine bald darauf einziehen, ist nicht Yoshimis erste Wahl, doch angesichts der misslichen Lage und des netten Maklers scheint die recht geräumige Wohnung kein schlechter Kompromiss. In den unübersichtlichen Fluren des grau-kühlen Betonkomplexes scheint alledings etwas zu hausen, von dem die Mutter noch keine Ahnung hat. Ganz im Gegensatz zur fünfjährigen Ikuko, die sofort dem Bann des Hauses verfällt...
Der subtile Horrorfilm aus dem Jahr 2001 beruht auf einer Vorlage des japanischen Kultautors Koji Suzuki und wurde inszeniert von Hideo Nakata, der mit "Rin" einen Welterfolg verbuchte. Zwar erreichte "Dark Waters" nicht ganz die Dichte dieses Vorgängers, aber die bedrohlich-düstere Atmosphäre, der dichte Klangteppich, kluge Zitate und das bedacht verschleppte Erzähltempo beschwören eine verstörende Stimmung, die an einen Klassiker wie Polanskis "Ekel" erinnert. - Sehenswert ab 16.