Große Namen, kleine Zuschauer

Fatih Akin, Andreas Dresen, Detlev Buck – ihre Namen stehen exemplarisch für ein Arthouse-Kino, das sich vorwiegend an ein erwachsenes Publikum richtet. Wie viele andere prominente Regisseure haben sie nun Kinder- und Jugendstoffe verfilmt. Ein Blick darauf, warum es in Deutschland immer attraktiver wird, Filme für ein junges Publikum zu drehen. Seit etlichen Jahren erfreuen sich Kinder- und Jugendfilme beim deutschen Kinopublikum großer Beliebtheit. In die Liste der 100 besucherstärksten deutschen Filme der letzten 15 Jahre haben es 26 Produktionen geschafft. In den Top 50 sind von 2001 bis 2015 nach Angaben der Filmförderungsanstalt (FFA) immerhin zehn Arbeiten vertreten. Die meisten Zuschauer zog in diesem Zeitraum der Abenteuerfilm „Wickie und die starken Männer“ (2009) mit 4,9 Mio. Besuchern an, gefolgt vom Zeichentrickfilm „Der kleine Eisbär“ (2001) mit 2,7 Mio. Besuchern. Die starke Stellung des deutschen Kinderkinos setzt sich auch 2016 fort. Mit fast zwei Mio. verkauften Eintrittskarten ist „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ im ersten Halbjahr 2016 sogar der erfolgreichste deutsche Film. Kein Wunder, dass der Besuchermagnet „Kinderfilm“ in letzter Zeit verstärkt auch prominente Regisseure auf den Plan ruft, die sonst nur oder fast nur Filme für Erwachsene drehen. Am 15. Mai 2016 brachte Adolf Winkelmann seine Verfilmung des Romans „Junges Licht“ von Ralf Rothmann über die Erlebnisse eines zwölfjährigen Bergarbeitersohns im Ruhrgebiet der 1960er-Jahre in die Kinos. Am 15. September lief Fatih Akins „Tschick“, die Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans von Wolfgang Herrndorf, mit beachtlicher Resonanz in den deutschen Kinos an. Am 20. Oktober folgten Ralf Huettner („Vincent will meer“) mit „Burg Schreckenstein“, der ersten Verfilmung der populären Jugendbuchreihe von Oliver Hassencamp, und Johannes Naber („Der Albaner“) mit der modernen Interpretation des Wilhelm Hauff-Märchens „Das kalte Herz“. Im kommenden Jahr (am 2.2.2017) geht dann Andreas Dresen mit der Neuverfilmung des James-Krüss-Romans „Timm Thaler“ an den Start. Detlev Buck drehte unlängst mit „Bibi & Tina – Tohuwabohu Total“ bere

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