Film als Gebet

Eine Kerzenflamme im Dunkel, Hände, die über Halme, Blätter, Erde oder Haut streichen, Bewegungen von Wind und Wasser, das Spiel des Sonnenlichts auf der kühnen Architektur einer Großstadt, das Farbenspiel planetarischer Nebel, die zarte Verschmelzung zweier Zellen zu neuem Leben. Immer wieder menschliche Gesichter, menschliche Körper. Und (aus dem Off) die Sprache als Versuch, eine Brücke zum Unsichtbaren zu bauen, zum Ungreifbaren vor oder hinter allen Dingen: Gebete, Fragen. Seit „The Tree of Life“ (2011) gestalten sich Terrence Malicks Filme als spirituelle Aventuire oder Pilgerfahrt, als formale wie inhaltliche Tastbewegungen, um das Verhältnis von Mensch, Schöpfung und Gott neu zu fassen. Und das mit einer ironiefreien Ernsthaftigkeit und Offenheit, die genauso quer steht zur modernen, aufgeklärten kritischen Distanz gegenüber d

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