Gib's ihm, Chris

Krimi | Großbritannien 1991 | 115 Minuten

Regie: Peter Medak

Ein geistig zurückgebliebener 17jähriger gerät in den 50er Jahren in London durch seinen jüngeren Freund in kriminelle Machenschaften. Nach einem Mord des Jüngeren an einem Polizisten wird er trotz unsicherer Beweislage hingerichtet. Einen authentischen Fall aufgreifendes eindrucksvolles Plädoyer gegen die Todesstrafe. Atmosphärisch dicht in der Zeichnung des gesellschaftlichen und familiären Hintergrundes und differenziert in der Charakterzeichnung. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LET HIM HAVE IT
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
1991
Regie
Peter Medak
Buch
Neal Purvis · Robert Wade
Kamera
Oliver Stapleton
Musik
Michael Kamen
Schnitt
Ray Lovejoy
Darsteller
Christopher Eccleston (Derek) · Paul Reynolds (Chris) · Tom Courtenay (Dereks Vater) · Eileen Atkins (Dereks Mutter) · Mark McGann (Chris' Bruder)
Länge
115 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Krimi | Drama

Diskussion
Der Film hat in Großbritannien beträchtliches Aufsehen erregt, auch wenn es dort seit 1964 die Todesstrafe nicht mehr gibt. Regisseur Peter Medak hat eine alte Wunde erneut bloßgelegt. Es geht um einen der größten britischen Justiz-Skandale: um die Hinrichtung eines 19jährigen entwicklungsgestörten Jungen durch den Strang im Jahre 1953. Das Urteil wurde vollstreckt, obwohl die veröffentlichte wie die öffentliche Meinung in dem Richterspruch ein krasses Fehlurteil sah (s. Artikel in fd 26/1991, Seite 40). Medak läßt keinen Zweifel bei seiner filmischen Rekonstruktion, daß der Fall kein Ruhmesblatt in der britischen Rechtsprechung darstellt, im Gegenteil. Offensichtlich hieß in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Straßen Londons und anderer Städte von jugendlichen Banden und deren Raubzügen heimgesucht wurden, die staatliche Parole: Hart durchgreifen! Und die Justiz gab sich bereitwillig als Erfüllungsgehilfe einer verunsicherten Obrigkeit her und und statuierte ein Exempel.

Die Tat, die zur Verhängung und Vollstreckung eines Todesurteils an einem Jugendlichen führte, ist bis heute nicht restlos geklärt worden. So viel steht f

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