4 Geschichten über 5 Tote

- | Deutschland 1997 | 100 Minuten

Regie: Lars Büchel

Mit bemerkenswerter Offen- und Unvoreingenommenheit nähert sich der Film dem Tabuthema "Tod und Sterben", wobei er mit der märchenhaften Ankunft von soeben Verstorbenen in einer Art Himmel vier Episoden verklammert. Die Neuankömmlinge in diesem "Himmel" können durch ein Fernrohr ihrer eigenen Beerdigung zuschauen und dabei die tiefe Trauer, manche Heuchelei, aber auch so manche ausgesprochen amüsante Ungeschicklichkeit der Lebenden verfolgen. Trauer und Komik werden auf mal irritierende, mal Widerspruch herausfordernde, dann wieder zutiefst anrührende Weise in einen letztlich tröstlichen Zusammenhang gebracht. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1997
Regie
Lars Büchel
Buch
Lars Büchel
Kamera
Andreas Zickgraf · Niels Theodor Boscher
Musik
Max Koczy
Schnitt
Bettina Vogelsang
Darsteller
Thira Walke (Carla) · Sibylle Brunner (Wolke) · Andreas Kunze (Otto Bude) · Franziska Mense-Moritz (Brunhilde Bude) · Horst Vernunft (Hans-Herbert Bredens)
Länge
100 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.

Diskussion
Das Thema "Tod und Sterben" gehört zum alltäglichen Themenkanon des (Genre-)Kinos: Mit unhinterfragter Selbstverständlichkeit wird geschossen und gemordet, und jeder Zuschauer weiß, daß dies halt zu den Spielregeln der Genres gehört, damit das Gute am Ende (zumeist) triumphieren kann. Dies hat freilich überhaupt nichts mit dem Alltag zu tun, und sobald das Kino sich hierhin vorwagt, wird es intuitiv mit Mißtrauen beäugt, erst recht, wenn es wirklich einmal Tod und Verlust sowie die damit verbundene Trauer anspricht. So ist es fast schon sensationell, daß sich ein kleiner deutscher Film dieser Thematik annimmt, dies obendrein nicht als akademischer Diskurs, sondern als handfest-pralle Erzählung, die nicht nur die traurige Seite des Themas einfängt, sondern ihr mit mal lakonischem, mal skurrilem Humor eine (über-) lebensstrategische Perspektive des Verarbeitens und Verstehens zur Seite stellt.

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