Der Soldat James Ryan

4K UHD. | USA 1998 | 169 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Nach der Landung der alliierten Truppen in der Normandie erhalten acht Mann den Befehl, einen amerikanischen Soldaten ausfindig zu machen und unverletzt nach Hause zu bringen, weil dessen Mutter schon drei ihrer vier Söhne im Krieg verloren hat. Steven Spielbergs Film entwirft ein gnadenloses Bild des Kampfgeschehens und beeindruckt durch seine strikte Weigerung, Krieg als Stätte menschlicher Bewährung darzustellen. Abgesehen von einer unnötigen pathetischen Rahmenhandlung hat Spielberg das große Können aller Beteiligten dazu eingesetzt, ein realistisches Umfeld zu schaffen, das fast dokumentarischen Charakter annimmt. Das Drehbuch vermag zwar nicht die geistige Dimension beizusteuern, die der Film verdient hätte, aber die konsequente und erschütternde Rekonstruktion des Krieges als Schreckensbild des kollektiven Todes verleiht dem Film einen hohen humanitären Rang. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SAVING PRIVATE RYAN
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1998
Regie
Steven Spielberg
Buch
Robert Rodat
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Tom Hanks (Captain Miller) · Edward Burns (Private Reiben) · Tom Sizemore (Sergeant Horvath) · Matt Damon (Private Ryan) · Barry Pepper (Private Jackson)
Länge
169 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
4K UHD. | Kriegsfilm

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD & BD) enthalten keine erwähnenswerten Extras. Die Extras der Edition (2 DVDs) umfassen u.a. ein interessantes, 24- minütiges Making of. Die Extras der BD (2 Disc Special Edition) enthalten indes umfangreiches Bonusmaterial: U.a. die Featurettes „Die Produktion von Soldat James Ryan“ (22 Min.), „Die Neuerschaffung von Omaha Beach“ (18 Min.), „Musik und Sound“ (16 Min.), „In die Bresche: Der Soldat James Ryan“ (25 Min.) sowie die „Making of“-Dokumentation „Wie man Krieg filmt“ (88 Min.) Die BD-Edition ist mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet. Die 4K UHD (plus BD) zeichnet sich nicht nur durch das gesammelte Bonusmaterial aus, sondern besticht durch einen brillant restaurierten Originalton (Dolby Atmos) und ein atemberaubendes Bild aus. Die 4K UHD (plus BD)-Edition ist mit dem Silberling 2018 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Paramount (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Paramount (16:9, 1.85:1, dts-HDMA engl., DD5.1 dt.) 4K UHD: Paramount (16:9, 1.85:1, Dolby_Atmos engl., DD5.1 dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Noch im Jahr 1990 habe ich in einem Porträt des Regisseurs und Produzenten Steven Spielberg dessen Werk als eine Verzettelung zwischen Kindheitsträumen und mißlungenem Erwachsenwerden charakterisiert („Hollywoods Wunderkind – Magie und Einfalt des Steven Spielberg“, fd 9/1990). Seit „Schindlers Liste“ (fd 30 663) weiß man, daß es inzwischen auch einen anderen Steven Spielberg gibt. Der Mann, der weiterhin Saurierfilme fürs Millionenpublikum macht, versteht sich an der Wende zu seiner zweiten Lebenshälfte auch als eine Art filmischer Historiker und Humanist. Seine Filme haben das Geschichtenerzählen nicht aufgegeben, aber die Inhalte der Geschichten haben sich gewandelt – und mit ihnen die Blickrichtung und das innere Engagement. Konnte die New Yorker Kritikerin Pauline Kael bei Spielbergs „Das Reich der Sonne“ (fd 26 701) noch von einer „Kombination aus guter Handwerksarbeit und nahezu unglaublicher Geschmacklosigkeit“ reden, so rieben sich selbst die harschesten Kritiker von „Schindlers Liste“ und „Amistad“ (fd 33 014) vornehmlich an der Konsumierbarmachung des Grauenhaften und an der Dialektik von „Kunstwahrheit“ und „Faktenwahrheit“. Meist war von einer „persönlichen Rehabilitierung“ und von einem „Erwachen“ Spielbergs die Rede (Georg Seeßlen).

Das Erwachen Steven Spielbergs setzt sich fort. Schon als 13jähriger hat ihn der Krieg beschäftigt („Escape to Nowhere“), und mit Krieg hatten seitdem – auf oft sehr naive Weise – fast alle seine Filme etwas zu tun, auch wenn es Kriege gegen Haie und Dinosaurier waren. Wie sehr ihn Kriege fasziniert haben, demonstrieren die mißglückte Komödie „1941“ (fd 22 415) und die abenteuerlichen „Indiana Jones“-Filme (fd 23 185/fd 24 708/fd 27 831) ebenso wie seine erste scheinrealistische Einlassung mit einem Stück historischen K

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto

Kommentieren