Die neun Pforten

- | Frankreich/Spanien 1999 | 133 Minuten

Regie: Roman Polanski

Ein professioneller Jäger seltener Buchschätze begibt sich auf eine Reise zu den Besitzern eines okkulten Buchs und fahndet nach Illustrationen, die vom Satan persönlich stammen sollen. Dieser lässt es sich nicht nehmen, dem Suchenden unbemerkt behilflich zu sein, dem gierige Sektenmitglieder und ein ehrgeiziger Teufelsanbeter das Leben zur Hölle machen. Ein opulent, weitgehend traditionell gestalteter Gruselfilm, der die Konventionen des Abenteuer- und Schauerkinos lustvoll zelebriert, ohne sie allzu sehr zu ironisieren.

Filmdaten

Originaltitel
LA NEUVIEME PORTE | LA NOVENA PUERTA | THE NINTH GATE
Produktionsland
Frankreich/Spanien
Produktionsjahr
1999
Regie
Roman Polanski
Buch
Enrique Urbizu · John Brownjohn · Roman Polanski
Kamera
Darius Khondji
Musik
Wojciech Kilar
Schnitt
Hervé Deluze
Darsteller
Johnny Depp (Dean Corso) · Frank Langella (Boris Balkan) · Lena Olin (Liana Telfer) · Emmanuelle Seigner ("The Girl") · Barbara Jefford (Baroness Kessler)
Länge
133 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f

Heimkino

Die Standardausgabe hat keine erwähnenswerten Extras. Die schön aufgemachte Special Edition (2 DVDs) enthält u.a. einen dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs, eine isolierte Tonspur mit der Filmmusik, ein fundiertes Interview mit dem Regisseur (32 Min.), sechs Storyboard/Film-Ver-gleiche (3 Min.) sowie ein informatives 36-seitiges Booklet. Die Special Edition ist mit dem "Silberling 2007" ausgezeichnet.

Verleih DVD
Fox (16:9, 1.85:1, DS engl., DD5.1 dt.), Special Edition: Kinowelt (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt., dts6.1 dt.)
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Diskussion
Von Roman Polanski gibt es zwei Sorten Filme: solche, die das Kino erfinden wie „Ekel“ (fd 13 553) und solche, die es wieder finden wie „Tanz der Vampire“ (fd 15 156) oder „Die Piraten“ (fd 25 772). Nach dem intimen Kammerspiel „Der Tod und das Mädchen“ (fd 31 328) war es wieder Zeit für einen Polanski der zweiten Kategorie, und das ist nicht unbedingt wertend zu verstehen: kein Verwirrspiel, sondern das Entwirrspiel eines ungemein komplexen Romans, dessen Ergebnis so weit vereinfacht ist, als hätte es ihn gar nicht gegeben. Doch weil es eben ein „Polanski der zweiten Art“ ist, verhält es sich mit seinem Ästhetizisimus dabei genau anders herum: Nicht das Weniger, die Subtraktion, ist hier das Mehr, sondern die Addition.

„Die neun Pforten“ ist ein üppiges Festmahl im Genrekino und schon von daher alles andere als dezent. Dem Umstand, dass Polanski in seinen Affären stets dem gleichen Ästhetizismus fröhnte, verdankte man schon bei „Bitter Moon“ (fd 29 97

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