The Million Dollar Hotel

- | Deutschland/USA 1999 | 122 Minuten

Regie: Wim Wenders

Ein heruntergekommenes Luxushotel in Los Angeles birgt im Jahr 2001 einen Mikrokosmos gescheiterter Existenzen: Fixer, Prostituierte, Gescheiterte, Verrückte, Einsame, Alte. Aus ihrer Mitte ist einer ermordet worden. Zumindest vermutet die Polizei, dass es sich bei dem Tod eines Malers nicht um Selbstmord gehandelt habe. Die Ermittlungen eines FBI-Agenten laufen zwar ins Leere, leuchten aber die geschlossene Gesellschaft filmgerecht aus. Ein nach furiosem Anfang von großer suggestiver Bildkraft zunehmend enttäuschenderer Versuch, deutsches Autorenkino mit amerikanischen Leinwand-Mythen zu verschmelzen. Statt sich auf eine kammerspielartige Dramaturgie einzulassen, verliert sich der Film immer mehr in nebulöser Universalität. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE MILLION DOLLAR HOTEL
Produktionsland
Deutschland/USA
Produktionsjahr
1999
Regie
Wim Wenders
Buch
Nicholas Klein
Kamera
Phedon Papamichael
Musik
Bono · Hal Willner
Schnitt
Tatiana S. Riegel
Darsteller
Jeremy Davies (Tom Tom) · Milla Jovovich (Eloise) · Mel Gibson (Skinner) · Peter Stormare (Dixie) · Jimmy Smits (Geronimo)
Länge
122 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Die umfangreiche Special Edition (2 DVDs) beinhaltet u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs, ein 90-minütiges von Wenders und Produzent Bono "kommentiertes Tagebuch" (One Dollar Diary) sowie ein Feature mit nicht verwendeten Szenen.

Verleih DVD
Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Auf keinen anderen Filmemacher Deutschlands scheint das geflügelte Wort vom Propheten, der im eigenen Land nichts gilt, in solchem Maße zuzutreffen wie auf Wim Wenders. Tatsächlich erfreut sich Wenders vor allem im Ausland nach wie vor hoher Reputation; für viele Künstler scheint es als ausgesprochen ehrenvoll zu sein, mit ihm zusammenzuarbeiten. Und in den Kinos von New York oder Paris stehen ohnehin mehr Filme von Wenders auf dem Programm als in denen Berlins oder Münchens. Umgekehrt ist es wohl auch kein Zufall, dass sich Wenders seit „Himmel über Berlin“ (fd 26 452) und dessen Fortsetzung „In weiter Ferne, so nah!“ (fd 30 426) keines originär deutschen Stoffes mehr angenommen hat. Er reist lieber nach Japan, Australien, Portugal, Kuba und vorzugsweise in die Vereinigten Staaten, um seine Visionen Gestalt werden zu lassen. Völlig unerheblich, ob es sich dabei um Fluchtbewegungen handelt oder nicht. Fest steht indessen, dass Wenders nach „Der Himmel über Berlin“ keinen Film mehr geschaffen hat, der in Inhalt und Form so etwas wie eine innovative Dimension gestreift hätte. Oft genug findet man sich in einer geradezu zwangsneurotischen Situation: Man möchte doch so sehr, dass

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