A.I. - Künstliche Intelligenz

Science-Fiction | USA 2001 | 146 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Ein mechanisches Ersatzkind, das zur bedingungslosen Liebe programmiert ist, findet keine menschliche Gegenliebe und verbohrt sich in den Gedanken, wie der hölzerne Pinocchio ein wirklicher Junge werden zu wollen. Der Film begleitet seine artifizielle Hauptfigur durch eine destruktive Welt, deren Hoffnungslosigkeit nur durch das Vertrauen auf den Mythos einer kindlichen Fantasiegeschichte und auf eine gnädige Evolution aufgehellt wird. Steven Spielberg hat den Film als eine Hommage auf Stanley Kubrick inszeniert, ohne einen homogenen Stil oder eine mehr als an den Nahtstellen deckungsfähige Perspektive zu erreichen. Auch wenn er bei den Anhängern beider Regisseure Ratlosigkeit und Widerspruch auslösen dürfte, verdienen seine überdenkenswerten existenzphilosophischen Ansätze Respekt und die Auseinandersetzung. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
A.I. - ARTIFICIAL INTELLIGENCE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2001
Regie
Steven Spielberg
Buch
Steven Spielberg
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Haley Joel Osment (David) · Jude Law (Gigolo Joe) · Frances O'Connor (Monica Swinton) · Sam Robards (Henry Swinton) · Brendan Gleeson (Lord Johnson-Johnson)
Länge
146 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Science-Fiction

Heimkino

Verleih DVD
Warner
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Diskussion
Science-Fiction wird von ihren Anhängern oft als die Antwort des Pop-Zeitalters auf die Metaphysik betrachtet. Auf diese Definition konnten sich womöglich auch Steven Spielberg und Stanley Kubrick verständigen. Ob der Regisseur von „2001 – Odyssee im Weltraum“ (fd 15 732) und „Uhrwerk Orange“ (fd 17 806) allerdings mit Spielberg übereingestimmt hätte, als dieser sagte, Science-Fiction sei reine Imagination und handle vornehmlich von Träumen, das ist schon weit weniger sicher. Kubrick hat auf ähnliche Fragen eher geantwortet, dass seine Science-Fiction die Schaffung einer visuellen Erfahrungswelt sei, die mit ihren emotionalen und philosophischen Inhalten direkt ins menschliche Unterbewusste vordringe. Kubrick und Spielberg haben sich der Welt der Science-Fiction gleichsam aus verschiedenen Richtungen genähert. Das gilt nicht nur für den gedanklichen Ansatz, sondern ebenso für die stilistische Form. Man muss gar nicht auf Spielbergs populärsten Film dieses Genres, „E.T. – der Außerirdische“ (fd 23 743), zurückgreifen, um die Verschiedenheit des filmischen Konzepts und der künstlerischen Umsetzung zu begreifen, sondern es reicht schon, Spielbergs weitaus tiefgründigeren Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (fd 20 719) mit Kubricks „2001“ zu vergleichen. Es darf deshalb unterstellt werden, dass Kubrick nie der Annahme gewesen sein konnte, Spielberg werde eine Art Kubrick-Film aus zweiter Hand abliefern, als er mit ihm das Projekt „A.I.“ diskutierte, für das er selbst zwei Jahrzehnte lang keine ihn hundertprozentig überzeugende Lösung zu finden vermochte. Spielberg war durch den ständigen Gedankenaustausch jedoch so intim mit Kubricks Ideen vertraut, dass andererseits eine starke Anlehnung an dessen Vorstellungen nicht ausbleiben konnte. Das gilt umso mehr, als Spielberg „A.I.“ stets als ein Vermächtnis des plötzlich verstorbenen Regisseurs betrachtet hat und – bewusst oder unbewusst – eine Art Hommage auf Kubrick zu inszenieren begann. Wer sich dem fertigen Film nähert, den Spielberg – gemessen an Kubricks jahrzehntelanger Gedanken

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