Long Walk Home

- | Australien 2002 | 94 Minuten

Regie: Phillip Noyce

Die australische Regierung ließ 1907 zwischen dem Norden und Süden des Kontinents einen Zaun gegen die Kaninchenplage errichten. Zwei Mädchen wird er 24 Jahre später zur 1.500 Meilen langen Leitschnur, um in ihr Heimatdorf zurückzufinden. Ein Erlass der Regierung hatte sie mit Gewalt aus ihren Familien entführt, denn Mischlinge - Kinder von Aborigines und Weißen - sollten für die weiße Kultur "gerettet" werden, indem man sie aus ihrer Umwelt herausriss. Ein Kapitel australischer Geschichte, das lange vertuscht und verschwiegen wurde, obwohl die behördlich organisierten Entführungen bis 1971 andauerten, als Grundlage für einen engagierten, politisch brisanten Film, der die emotionale Härte durch einen poetischen Grundtenor, das Aussparen von Härten und mythologische Überhöhungen mildert. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
RABBIT-PROOF FENCE
Produktionsland
Australien
Produktionsjahr
2002
Regie
Phillip Noyce
Buch
Christine Olsen
Kamera
Christopher Doyle · Brad Shield
Musik
Peter Gabriel
Schnitt
John Scott · Veronika Jenet
Darsteller
Everlyn Sampi (Molly) · Tianna Sansbury (Daisy) · Laura Monaghan (Gracie) · David Gulpilil (Moodoo) · Ningali Lawford (Maud, Mollys Mutter)
Länge
94 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Besonders der fundierte Audiokommentar des Regisseurs und eine interessante Studie über die Hauptdarsteller (etwa 40 Min.) machen die DVD beachtenswert. Die Edition ist mit dem Silberling 2004 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Als „gestohlene Generationen“ werden in Australien die Opfer der staatlich organisierten Assimilierungspolitik bezeichnet, die bis in die 1970er-Jahre hinein rücksichtslos versuchte, aboriginalstämmige Kinder der weißen Rasse anzupassen. Seit Beginn der Kolonialzeit wurden vor allem Mischlingskinder gewaltsam aus ihren Aboriginal-Familien gerissen und in Pflegeheimen oder bei weißen Familien untergebracht. In untergeordneter Stellung, etwa als Hausangestellte, sollten in die weiße Gesellschaft eingegliedert werden und durch die Heirat mit Weißen innerhalb weniger Generationen ihre ethnischen Merkmale verlieren. Tatsächlich jedoch wurden die Kinder oft als billige Arbeitssklaven missbraucht – Misshandlungen und Vergewaltigungen waren keine Seltenheit. Seit 1940 war der Kindesentzug durch das „Allgemeine Kinderfürsorgegesetz“ zwar an den Nachweis der Verelendung oder Unkontrollierbarkeit der Kinder gebunden. Diese Voraussetzungen waren aus rassistischer Perspektive jedoch schnell gegeben. Erst 1972 erhielten die Aborigines die Möglichkeit, mit Hilfe des „Aboriginal Legal Services“ gegen den Kindesentzug vorzugehen. Rund 100.000 Kinder wurden zwischen 1

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