Wild Side (2004)

Drama | Frankreich/Belgien/Großbritannien 2004 | 93 Minuten

Regie: Sébastien Lifshitz

Eine Transsexuelle und ihr Freund, ein Stricher, führen in Paris ein tristes Leben zwischen Diskotheken und Straßenstrich. Als sie einen Russen aufnehmen, der vor dem Tschetschenien-Krieg floh, erweitert sich ihre Beziehung zur Menage à trois. Zusammen reisen sie in den Norden des Landes, um die im Sterben liegende Mutter der Transsexuellen zu besuchen, wobei jeder mit seinen Wurzeln und Erinnerungen konfrontiert wird. Ästhetisch versierter, hervorragend gespielter psychologischer Film, der den Zuschauer extrem nahe an die Figuren heranführt und an ihrem Leben und ihren Gefühlswelten teilnehmen lässt, obwohl sich das Fehlen einer stringenten Handlung auf Dauer doch bemerkbar macht.

Filmdaten

Originaltitel
WILD SIDE
Produktionsland
Frankreich/Belgien/Großbritannien
Produktionsjahr
2004
Regie
Sébastien Lifshitz
Buch
Stéphane Bouquet · Sébastien Lifshitz
Kamera
Agnès Godard
Musik
Jocelyn Pook
Schnitt
Stéphanie Mahet
Darsteller
Stéphanie Michelini (Stéphanie) · Edouard Nikitine (Mikhail) · Yasmine Belmadi (Djamel) · Josiane Stoléru (Die Mutter) · Antony Hegarty (Sänger)
Länge
93 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Pro-Fun (1:2.35/16:9/Dolby Digital 5.1)
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Diskussion
Als Neben-, Rand- und Witzfiguren haben sich Homosexuelle (Schwule mehr als Lesben) mittlerweile im Mainstreamkino etabliert. Seit einigen Jahren zeichnet sich zudem ein Trend ab, dass Filme, die sich im vielfältigen Spektrum zwischen Blockbustern und Nischenproduktionen bewegen, vermehrt auch Figuren ins Zentrum ihrer Geschichten rücken, die nicht den herkömmlichen heterosexuellen Vorstellungen entsprechen. „Agnes und seine Brüder“ (fd 36 370) oder „Sommersturm“ (fd 36 662) sind jüngste Beispiele aus der deutschen Filmlandschaft. Mit „Sommersturm“ gelingt es Marco Kreuzpainter beispielsweise auf raffinierte Weise, im Schutze der Frische eines Teenager-Films recht ausführliche und anschauliche Schwulensexszenen auf die Leinwand zu schmuggeln. Dem auf der „Berlinale“ 2004 mit dem „Teddy“ ausgezeichneten „Wild Side“ fehlt diese Lockerheit, und so steht zu befürchten, dass die intime Nähe seiner Kamera angesichts der rauen und oft kalten Wirklichkeit, die Sébastien Lifshitz’ Film einfängt, ein

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