Alles ist erleuchtet

Road Movie | USA 2005 | 103 Minuten

Regie: Liev Schreiber

Ein Amerikaner mit manischer Sammelleidenschaft reist in die Ukraine, um die Wurzeln seiner Vorfahren zu ergründen. In Odessa lernt er einen Einheimischen sowie dessen grantelnden Großvater kennen. Zu dritt begeben sie sich auf eine Reise in die europäische Vergangenheit. Großartige Romanverfilmung. Das intelligent-absurd erzählte Road Movie glättet zwar die Erzählstruktur der komplexen Vorlage, arbeitet aber durch Situationskomik sowie pointierte Dialoge das Spannungsverhältnis in der Begegnung der Kulturen beispielhaft heraus. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
EVERYTHING IS ILLUMINATED
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2005
Regie
Liev Schreiber
Buch
Liev Schreiber
Kamera
Matthew Libatique
Musik
Paul Cantelon
Schnitt
Andrew Marcus · Craig McKay
Darsteller
Elijah Wood (Jonathan Safran Foer) · Eugene Hutz (Alex) · Boris Leskin (Alex' Großvater) · Laryssa Lauret (Lista) · Jason Schwartzman
Länge
103 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Road Movie | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Warner (1:1.85/16:9/Dolby Digital 5.1)
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Diskussion
Paul Valéry empfahl Übersetzern, dass ein Gedicht auch in der neuen Sprache „singen“ und zu den Lesern „sprechen“ müsse. Ähnliches gilt auch für die Beziehung eines Buches zu seiner Filmadaption. Als Jonathan Safran Foer 2002 sein Romandebüt „Everything is Illuminated“ veröffentlichte, waren Kritiker wie Leser von der postmodernen Erzählstruktur mit ihren Zeitsprüngen und der bizarren Sprachkomik des Buches gleichermaßen begeistert. Wenig deutete darauf hin, dass sich die Geschichte eines amerikanischen Jungen, der in der Ukraine auf der Suche nach seiner europäischen Vergangenheit tief in die Geschichte des 18. Jahrhunderts und des Holocaust eintauchte, filmisch adaptieren ließ. Liev Schreiber stellte sich dennoch der Herausforderung eines Drehbuchs und gibt außerdem sein Regiedebüt. Seine Version vereinfacht zwar das Handlungsgerüst zu einem linearen Road Movie, findet aber auch zu einer eindringlichen Übersetzung des Materials im Sinne Valérys. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zweier Menschen und deren kulturelle Prägungen, die unterschiedlicher kaum sein

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