Drama | Iran 2005 | 90 Minuten

Regie: Jafar Panahi

Junge weibliche Fußball-Fans verstoßen im Iran gegen das strenge Stadionverbot für Frauen und wollen, als Männer verkleidet, ins Teheraner Stadion, um das Länderspiel Iran gegen Bahrain zu sehen. Sie werden aufgegriffen und in ein improvisiertes "Gefängnis" gesteckt, wo es zu vehementen Diskussionen mit den bewachenden Soldaten kommt, bevor sich im euphorischen Trubel der nächtlichen Siegesfeier Recht und Ordnung, Autorität und Pflicht auflösen. Ein sich geschickt und atmosphärisch dicht an der Nahtstelle von dokumentarischen Impressionen und inszenierten Episoden bewegender, ebenso brisanter wie engagierter "Fußballfilm" mit der subversiven Botschaft, dass sich Lebensfreude und -lust des iranischen Volkes auf Dauer nicht von politischen und religiösen Restriktionen zügeln lassen. (O.m.d.U.) - Sehenswert ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
OFFSIDE
Produktionsland
Iran
Produktionsjahr
2005
Regie
Jafar Panahi
Buch
Jafar Panahi · Shadmehr Rastin
Kamera
Mahmoud Kalari
Musik
Korosh Bozorgpour
Schnitt
Jafar Panahi
Darsteller
Sima Mobarak Shani (1. Mädchen) · Safar Samandar (Soldat aus Aserbeidschan) · Shayestah Irani (rauchendes Mädchen) · Mohammad Kheyrabadi (Soldat aus Mashad) · Ida Sadeghi (Fussballspielerin)
Länge
90 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 12.
Genre
Drama

Diskussion
In einer Zeit, in der sich der Iran politisch zunehmend isoliert und jeden zaghaften Reformversuch früherer Jahre vehement in Frage stellt, gibt es nur noch wenige von außen wahrnehmbare Signale dafür, dass die politische und kulturelle Situation im Land weit komplexer und komplizierter ist als es einem die (westlichen) Medien vermitteln. Zu den wenigen Fenstern, die sich für Einblicke ins Land öffnen, gehört das Kino, dessen Sprengkraft auch den politischen Machthabern bewusst ist, sodass sie sich um Lenkung und Kontrolle dessen bemühen, was produziert und gezeigt wird, ohne wirklich verhindern zu können, dass maßvoll subversive und verklausuliert kritische Filme einerseits entstehen, andererseits auch auf internationale Festivals gelangen, wo sie Einblicke ermöglichen und verfestigte Sichtweisen relativieren helfen. Häufig ist aus diesen Filmen jener schmale Grat ablesbar, auf dem iranische Filmemacher wandern: Getragen vom Bedürfnis, engagiert und kritisch Fragen zu stellen, wollen sie zugleich (auch) im eigenen Land aufgeführt und wahrgenommen werden, sodass sie es sich nicht mit den politischen Hardlinern verderben dürfen. Dabei entwickeln sie häufig subtile Techniken eines mittelbaren Erzählens, indem sie mal ins Märchenhaft-Symbolische ausweichen, mal Legenden um archaische Lebensstrukturen ersinnen und in Parabeln grundsätzliche Lebens- und Sinnfragen ansprechen (wie etwa im höchst kreativen Kinderfilm), die unpolitisch und „wirklichkeitsf

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