Leben in mir

- | Polen/Deutschland 2005 | 95 Minuten

Regie: Malgorzata Szumowska

Die Haltung einer schwangeren, lustlos in den Tag lebenden Frau in Krakau ändert sich, als sie das Ungeborene urplötzlich als Quelle allen Lebenswerten begreift, es nicht mehr abtreiben lassen will, sondern ihm auf Schritt und Tritt die Welt erklärt. Zugleich muss sie sich mit dem nahen Tod ihres Vaters auseinandersetzen und verliebt sich in einen jungen notorischen Zweifler und Nihilisten. Was eine "poetische Tagträumerei" um existenzielle Sinnsuche sein könnte, verliert sich in gestylten Werbebildern und den Erzählstrukturen einer Seifenoper. Die Anbiederung an westeuropäische Erfolgsfilme macht den Film zur eskapistischen Wundertüte voller Kitsch und billiger Symbolik. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
ONO
Produktionsland
Polen/Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Malgorzata Szumowska
Buch
Malgorzata Szumowska · Przemyslaw Nowakowski
Kamera
Michal Englert
Musik
Pawel Mykietyn
Schnitt
Jacek Drosio
Darsteller
Malgosia Bela (Eva) · Marek Walczewski (Evas Vater) · Teresa Budzisz-Krzyzanowska (Evas Mutter) · Barbara Kurzaj (Ivona) · Marcin Brzozowski (Michal)
Länge
95 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Diskussion
Seit Krzysztof Kieslowskis Tod gelangen polnische Filme nur noch sporadisch ins deutsche Kino. „Leben in mir“ von Malgosia Szumowska (geb. 1973) schaffte den Sprung nicht zuletzt dank deutscher Hilfe: co-produziert von Pandora Film, redaktionell betreut von ZDF/ARTE und vom Sundance Institute bei der Drehbuchentwicklung unterstützt, weckt der Film große Erwartungen – die aber bereits in der ersten halben Stunde enttäuscht werden. Am Beginn glaubt man sich noch im Universum von Kieslowskis „Dekalog“: Eine junge, androgyn wirkende Frau jobbt lustlos an der Kasse einer Tankstelle und schaut den Prostituierten zu, wie sie unter den Lastwagenfahrern Kunden suchen. Bisweilen gibt es lautstarken Streit, es regnet ohne Unterlass, und auch die Farbgestaltung beschränkt sich auf grau-blaue Töne. Dann folgt die Kamera der 22-jährigen Eva nach Hause, wo sie mit der Mutter in bescheidenen Verhältnissen lebt. Eva ist schwanger. Da sie selbst noch nicht zu sich gefunden hat und der Vater des Kindes verschwunden ist, denkt sie Abtreibung.

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