Otto; Or, Up With Dead People

- | Deutschland/Kanada 2008 | 94 Minuten

Regie: Bruce LaBruce

Ein Untoter übernimmt in Berlin die Hauptrolle im Zombie-Film einer Polit-Regisseurin und wird zum authentischen Mittelpunkt ihres bluttriefenden, pornografischen Agitationskinos. Ein provokant gemusterter, nicht nur visuell extremer Filmteppich für abgehärtete Zuschauer, der eine Reihe von Lesarten und Interpretationsmöglichkeiten in Aussicht stellt. Der "Film-im-Film" reflektiert über die gesellschaftskritische Evolution einer homosexuellen Zombie-Bewegung, wobei er überdeutlich auf pornografische Nekrophilie und horreske Gewalt setzt. Low-Budget-Trash, der extremes Statement, überzogenes Klischee und kritische Negierung zugleich sein will. (O.m.d.U.)

Filmdaten

Originaltitel
OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE
Produktionsland
Deutschland/Kanada
Produktionsjahr
2008
Regie
Bruce LaBruce
Buch
Bruce LaBruce
Kamera
James Carman
Schnitt
Jörn Hartmann
Darsteller
Jey Crisfar (Otto) · Katharina Klewinghaus (Medea Yarn) · Susanne Sachsse (Hella Bent) · Christophe Chemin (Maximilian) · Marcel Schlutt (Fritz Fritze)
Länge
94 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-

Diskussion
Das Aufreißen des Körpers als Einbruch unter die makellose Hautoberfläche, ein erhaschter Blick in das organische Innere und das anschließende Verspeisen des geliebten oder gehassten Gegenübers: Kannibalismus fungierte in der bildenden Kunst, der Literatur und letztlich auch im Film häufig als letztes Tabu und als Kritik an einer Kapital und Konsum verschriebenen Gesellschaft. Die Verbindung von Sex und Kannibalismus, das gegenseitigen Verschlingen als Schöpfungs- und Vernichtungsakt in einem, ließ sich in dieser Symbiose zumeist in der Schmuddelecke oder gleich unter der Ladentheke einschlägiger Video- und Bibliotheken finden – bis Bret Easton Ellis seinen „American Psycho“ gegen den Materialismus und das Yuppietum der 1980er-Jahre anschlachten ließ. Was Ellis’ Schreibstil anging

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