Haus der Sünde

Drama | Frankreich 2011 | 125 (24 B./sec.)/121 (25 B./sec.) Minuten

Regie: Bertrand Bonello

Im Jahr 1899 wird eine junge Frau aus der Provinz in ein Pariser Edelbordell aufgenommen und in dessen Verhaltensregeln eingewiesen. Die historische Rekonstruktion beschreibt im Gewand eines Kostümfilms den Alltag in der scheinbar hermetischen Innenwelt, wobei jeder Anschein weiblicher Autonomie durch die Abhängigkeitsverhältnisse konterkariert wird. Ein opulentes Sittengemälde als Abgesang auf die Belle Epoque, der mit dem Métro-Bau die Modernisierung der Metropole und mit dem Kino einen neuen Weg der Wunsch-Ökonomie andeutet.

Filmdaten

Originaltitel
L' APOLLONIDE (SOUVENIRS DE LA MAISON CLOSE)
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2011
Regie
Bertrand Bonello
Buch
Bertrand Bonello
Kamera
Josée Deshaies
Musik
Bertrand Bonello
Schnitt
Fabrice Rouaud
Darsteller
Hafsia Herzi (Samira) · Céline Sallette (Clotilde) · Jasmine Trinca (Julie) · Adèle Haenel (Léa) · Alice Barnole (Madeleine)
Länge
125 (24 B./sec.)/121 (25 B./sec.) Minuten
Kinostart
19.04.2012
Fsk
ab 16; f
Genre
Drama | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
EuroVideo (16:9, 1.85:1, DD5.1 frz./dt.)
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Diskussion
Der Originaltitel des Films lautett „L’Appollonide (Souvenirs de la maison Close)“; der deutsche Verleihtitel ist deshalb nicht nur ein spekulatives Versprechen, sondern impliziert auch eine Verschiebung der Blickperspektive. Wie schon in „Der Pornograph“ (fd 35 676) geht es Bertrand Bonello um einen Blick hinter die Kulissen eines Dienstleistungsunternehmens, allerdings als historische Rekonstruktion im Gewand eines Kostümfilms. „Der Pornograph“ handelte ja (auch) davon, was von der 68er-Utopie geblieben ist, nämlich die Müdigkeit des von Jean-Pierre Léaud gespielten Porno-Regisseurs. Um Müdigkeit geht es auch in „Haus der Sünde“, der den Alltag in einem souverän geführten Bordell um das Jahr 1900 rekonstruiert. Während die männlichen Kunden nur ab und zu in den sozialen Raum einer sich weitgehend selbst überlassenen weiblichen Sphäre eindringen, um sich dort bedienen zu lassen und ihre Fantasien auszuleben, darf die Kamera als stiller Gast permanent den Blick

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