Die Unfassbaren - Now You See Me

4K UHD. | USA/Frankreich 2013 | Kino: 116 DVD/BD: 111 (= BD: 116) & 120 (= BD: 125) Minuten

Regie: Louis Leterrier

Mehrere Illusionskünstler schließen sich zu einer Gruppe zusammen und inszenieren immer spektakulärer ausfallende Shows. Als sie in Las Vegas vor Publikum die Bank eines dubiosen Wirtschaftsmagnaten ausrauben, rufen sie das FBI auf den Plan. Ein rasant inszenierter Kriminalfilm als Spiel der Tricks und Täuschungen, der unterhaltsam beginnt und sich zusehends steigert, im Finale aber die Erwartungen an ein raffiniert gebautes Verwirrspiel dann doch nicht einzulösen vermag. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
NOW YOU SEE ME
Produktionsland
USA/Frankreich
Produktionsjahr
2013
Regie
Louis Leterrier
Buch
Ed Solomon · Boaz Yakin · Edward Ricourt
Kamera
Mitchell Amundsen · Larry Fong
Musik
Brian Tyler
Schnitt
Robert Leighton · Vincent Tabaillon
Darsteller
Jesse Eisenberg (J. Daniel Atlas) · Isla Fisher (Henley Reeves) · Woody Harrelson (Merritt McKinney) · Dave Franco (Jack Wilder) · Mark Ruffalo (Dylan Rhodes)
Länge
Kino: 116 DVD
BD: 111 (= BD: 116) & 120 (= BD: 125) Minuten
Kinostart
11.07.2013
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
4K UHD. | Krimi

Heimkino

Die BD enthält die Kinofassung und die Extended Version. Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. Die Extras der BD umfassen indes u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und des Produzenten Bobby Cohen sowie ein Feature mit zwölf im Film nicht verwendeten Szenen (30 Min.).

Verleih DVD
Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt., dts dt.)
Verleih Blu-ray
Concorde (16:9, 2.35:1, dts-HDMA7.1 engl./dt.)
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Diskussion
Seeing is believing! Oder, wie es durchaus nicht nur einmal heißt: „Kommen Sie ganz nahe ran. Denn je mehr Sie zu sehen glauben, desto einfacher ist es, sie zu täuschen!“ Ein Schlüssel der Magie. Eine weitere Regel: Sei stets der Schlaueste im Raum! Noch was vergessen? Ach ja, ein richtig guter Trick braucht Zeit zur Vorbereitung. Was in „Die Unfassbaren“ auch bedeuten kann, dass man sich nötigenfalls ein paar Jahrzehnte gedulden muss. Passend zum Thema legt der Film von Louis Leterrier ein ordentliches Tempo vor, um seine Protagonisten in einer kurzen Szenenfolge zu exponieren. Vier attraktive und nicht mehr ganz junge, aber grundsympathische und hochtalentierte Magier, die mit ihren „Fähigkeiten“ schon die unterschiedlichsten Formen der Öffentlichkeit erobert haben, werden von einem Unbekannten zu einem Treffen geladen. Dieses ist in einem leeren Appartement so spektakulär inszeniert, dass sich die vier Magier, die sich in ihren Fertigkeiten ergänzen, auf ein vielversprechendes Spiel einlassen und fortan gemeinsam als „The Four Horsemen“ die Welt verblüffen. Aus den Kleinkunst-Akteuren werden im Handumdrehen bestechend selbstbewusste Illusionskünstler auf Las Vegas-Niveau. So spektakulär ist ihre erste gemeinsame Show, in der sie das Geld eines dubiosen Wirtschaftsmagnaten im Publikum verteilen, dass sich in der Folge nicht nur die Polizei in Gestalt des FBI-Agenten Rhodes und seiner Interpol-Kollegin Alma Dray für das Quartett und seine Magie interessiert, sondern auch ein erfahrener „Aufklärer“ namens Bradley, der alle Tricks kennt und retrospektive Blicke ins Getriebe der gelungenen Illusionen gönnt. Das komplexe Figuren-Ensemble wird durch den steinreichen Impressario Tressler komplementiert, der die imposanten Shows finanziert. Damit sind die Zutaten für ein dynamisches Katz-und-Maus-Spiel beisammen. Während die „Four Horsemen“ einen geheimen Plan verfolgen, sich ziemlich smart gerieren und sich zur Not auch kurzerhand in akzeptable Action-Helden verwandeln, gibt es schöne Screwball-Momente zwischen den beiden ermittelnden Polizisten, da der von Mark Ruffalo zuverlässig gespielte Rhodes nicht an Magie glaubt und seiner französischen Kollegin prinzipiell misstraut, die sich in die Denkweise der Magier hineinzuversetzen versucht. Während die Shows immer größer und spektakulärer inszeniert werden, steht eine entscheidende Frage so groß im Raum, dass man sie fast übersehen könnte: Wer ist der unbekannte fünfte „Horseman“ und warum verfolgt er welchen Plan? Tatsächlich gibt es einige Verdächtige. So ist zwar für reichlich Budenzauber gesorgt, doch dem Film geht erstaunlich schnell die Puste aus, wenngleich er lange so tut, als hyperventiliere er. Die Figuren scheinen undurchsichtig, sind in Wahrheit aber nur unterentwickelt. Die Tricks, zu Beginn noch plausibel handgemacht, geraten nicht nur immer spektakulärer, sondern – ganz im Sinne von „seeing is believing“ – auch immer unglaubwürdiger, zumal wenn ihre Komplexität retrospektiv zum Staunen ausgestellt wird. Selten hat man sich so über eine „ehrliche“ Autoverfolgungsjagd gefreut! Seine letzte große, entscheidende Überraschungskarte spielt der Film erwartungsgemäß erst ganz zum Schluss aus. Doch dieser Trumpf erweist sich als derart banaler Bluff, dass man sich regelrecht ärgert, fast zwei Stunden mit einem dreisten Trickbetrüger verbracht zu haben. Das Dumme dabei ist, dass man nicht nur genauer hätte hinschauen müssen, um zu verstehen. Das finale Kaninchen wird vielmehr buchstäblich aus dem Hut gezaubert und lässt allzu viele Fragen offen. Großes zu versprechen, um dem Zuschauer am Schluss lächelnd den Mittelfinger zu zeigen, mag smart sein, ist aber kein Entertainment.

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