Video Vertov - Ein Leben zwischen Liebe und Revolution

Dokumentarfilm | Deutschland 2012 | 93 (24 B./sec.)/90 (25 B./sec.) Minuten

Regie: Gerd Conradt

Der Video-Pionier Gerd Conradt, Jahrgang 1941 und Student des ersten Jahrgangs der Deutschen Film- und Fernsehakademie, rekonstruiert unter Zuhilfenahme von ihm gedrehten Archivmaterials einige Stationen seiner Biografie seit der anti-autoritären Revolte von 1968. Rückblickend entsteht der Eindruck einer durchaus verallgemeinerbaren „Suchbewegung“ zwischen Kunst, K-Gruppen und spirituellen Fluchten nach Poona. Als im Wortsinn „roter Faden“ der etwas unkonzentrierten und mitunter ratlosen Erzählung fungiert Conradts Studentenfilm „Farbtest – Rote Fahne“. Als Zeitdokument durchaus interessant und aufschlussreich, bleibt „Video Vertov“ gerade im Vergleich mit Selbstbeschreibungsversuchen anderer Akteure jenes Aufbruchs analytisch etwas schuldig. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
VIDEO VERTOV - EIN LEBEN ZWISCHEN LIEBE UND REVOLUTION
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2012
Regie
Gerd Conradt
Buch
Daniela Schulz · Gerd Conradt
Kamera
Hans Rombach · Gerd Conradt
Musik
Gustl Lütjens · Frederic Rzewski · Ariel Shibolet
Schnitt
Astrid Vogelpohl · Sebastian Schmidt
Länge
93 (24 B.
sec.)
90 (25 B.
sec.) Minuten
Kinostart
17.10.2013
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Diskussion
„Wenn ich Heimweh hatte, ging ich ins Kino. Da gab es Coca Cola, deutsche Heimatfilme und Audrey Hepburn. Ich wollte zum Film. Der Mann mit der Kamera werden.“ So beginnt die Lebensbilanz des Filmemachers Gerd Conradt, Jahrgang 1941, der im Alter von 14 Jahren mit dem Fahrrad über die Glienickerbrücke nach West-Berlin fuhr und das Leben und die Familie in der DDR hinter sich ließ. Nun ist der Weg vom deutschen Heimatfilm und Audrey Hepburn bis zum sowjetischen Dokumentarfilm-Avantgardisten Dziga Vertov, den sich Conradt erklärtermaßen zum Vorbild nahm, und seinem Klassiker „Der Mann mit der Kamera“ nicht gerade kurz – und so merkt man schon früh, dass beim Off-Kommentar des Filmemachers ein paar historische oder subjektiv unterschiedliche Bewusstseinszustände synchronisiert werden müssen. Kurz darauf – die Goebbels-Rede vom „Totalen Krieg“ ist gerade verklungen – konkretisiert Conradt seine „Mann mit der Kamera“-Fantasie: Pionier will er sein, ein revolutionärer Partisan mit der Kamera

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