Drama | Deutschland 2013 | 93 Minuten

Regie: Roland Reber

In einer Bar begegnen sich vier Frauen und vier Männer, die ihre ungelebten Sehnsüchte im tristen Alltag durch Ersatzhandlungen befriedigen. Das Aufeinandertreffen erlaubt es ihnen in einer Art surrealer Transformation, ihre Alltagsfesseln abzustreifen und den innersten (sexuellen) Wünschen zu folgen. Der provokative, dezidiert anti-bürgerliche Film gefällt sich als reichlich privates Mysterienspiel mit pseudophilosophischem Überbau, kippt aber unter den Deckmantel des Tabulosen Richtung ironiefreier Altherren-Fantasie. Filmsprachlich beeindruckt die Inszenierung durch visuelle wie akustische Raffinesse, was den Film fast als Dokumentation einer multimedialen Performance erscheinen lässt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2013
Regie
Roland Reber
Buch
Roland Reber
Kamera
Mira Gittner
Musik
Antje Nikola Mönning
Schnitt
Mira Gittner
Darsteller
Carolina Hoffmann (Susanne Bauer) · Antje Nikola Mönning (Nikola) · Wolfgang Seidenberg (Theo) · Marina Anna Eich (Claudia) · Andreas Pegler (Uli)
Länge
93 Minuten
Kinostart
23.01.2014
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a diverse Interviews (43 Min.), ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen sowie ein Publikumsgespräch von den Hofer Filmtagen 2013.

Verleih DVD
WVG (2.35:1, DD2.0 dt.)
Verleih Blu-ray
WVG (2.35:1, DD2.0 dt.)
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Diskussion
Eine stillgelegte, leere Fabrikhalle. Eine Frau mit einem Hund läuft auf einem roten Teppich auf eine Tür zu, die mitten in der Halle steht. Sie passiert ein weißes Schwein, öffnet die Stahltür, geht hindurch und verschwindet aus dem Bildausschnitt; kurz darauf folgt ihr das Schwein. Diese Exposition, die der Film später nicht mehr „erinnert“, ist ein passender Einstieg in den neuen Film von Roland Reber, der von den Schwierigkeiten erzählt, den bürgerlichen Alltagstrott zu transzendieren und zu seinen Sehnsüchten und Träumen zu stehen. Die Realität steht dabei gegen die Illusion, letztere muss sich gewissermaßen gegen erstere behaupten. Es gilt, die Alltäglichkeit hinter sich zu lassen und das „Interesse am Menschen“ zu wecken – und sei es nur, um seine sexuellen Fantasien (vor der Kamera?) auszuleben. In der deutschen Filmszene ist Reber mittlerweile ein Unikum: völlig unabhängig von Produktionsfördergeldern und

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