Drama | Italien/Frankreich/USA/Deutschland/Katar 2015 | 111 Minuten

Regie: Jonas Carpignano

Im Januar 2010 kam es im süditalienischen Rosarno zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Einheimischen und afrikanischen Migranten. Der semi-dokumentarische Film erzählt eine fiktive Vorgeschichte des Geschehens von der Flucht übers Mittelmeer bis zur Schwarzarbeit auf den italienischen Orangenfeldern, wobei er eindringlich das perspektiv- und rechtlose Dasein der Flüchtlinge aufzeigt. Das von Laiendarstellern beeindruckend gespielte Drama verzichtet auf jegliche Schwarz-weiß-Zeichnungen und findet bei aller Trostlosigkeit Raum für Momente von Freundschaft, Hoffnung und Großzügigkeit. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MEDITERRANEA
Produktionsland
Italien/Frankreich/USA/Deutschland/Katar
Produktionsjahr
2015
Regie
Jonas Carpignano
Buch
Jonas Carpignano
Kamera
Wyatt Garfield
Musik
Benh Zeitlin · Dan Romer
Schnitt
Nico Leunen · Affonso Gonçalves · Sanabel Cherqaoui
Darsteller
Koudous Seihon (Ayiva) · Alassane Sy (Abas) · Aisha (Aisha) · Paolo Sciarretta (Lagerwache) · Annalisa Pagano (Cristina Riso)
Länge
111 Minuten
Kinostart
15.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
dcm/Universum (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt. & frz. & ital. & arab & engl.)
Verleih Blu-ray
dcm/Universum (16:9, 1.85:1, dts-HDMA dt. & frz. & ital. & arab & engl.)
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Diskussion
Als er seine Landsleute am Boden liegen sieht, niedergestreckt von halbstarken Rassisten, da greift auch Ayiva zum Holzknüppel. Der sonst so vernünftige und disziplinierte Asylsuchende aus Burkina Faso schlägt plötzlich Autoscheiben ein, setzt Barrikaden in Brand, lässt sich von der zerstörerischen Stimmung der Nacht anstecken. Diese Explosion der Gewalt hat es wirklich gegeben: Am 7. Januar 2010 schossen in der süditalienischen Kleinstadt Rosarno Jugendliche, darunter der Sohn eines N’drangheta-Bosses, mit einem Luftgewehr auf afrikanische Saisonarbeiter, woraufhin es zu schweren Unruhen zwischen Einheimischen und Migranten kam. Der Italo-Amerikaner Jonas Carpignano erzählt nun die Vorgeschichte zu jener nicht nur für Italien, sondern angesichts einer verfehlten Flüchtlingspolitik für die ganze EU so beschämenden Nacht. Das Geschehen um Ayiva und seine Freunde Abas und Mades ist fiktiv, aber deshalb nicht wenige

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