Eisenstein in Guanajuato

Biopic | Niederlande/Mexiko/Finnland/Belgien/Frankreich 2015 | 110 Minuten

Regie: Peter Greenaway

Im Jahr 1931 reist der russische Filmregisseur Sergej Eisenstein (1898-1948) nach Mexiko, um einen dokumentarischen Film über das Leben, die Liebe und den Tod zu drehen. Peter Greenaway nimmt diese Reise zum Anlass für eine verspielte Collage aus Formen und Farben, in der Eisenstein als spätpubertäres Kind erscheint, das in Mexiko sein Coming out erlebt. Mit Hilfe der privaten Geschichte reflektiert der Film über das Verhältnis von Sex und Tod sowie das unumschränkte Bekenntnis zur Lust als Befreiungsmöglichkeit. Politische Hintergründe werden dabei nur vage angerissen; Eisenstein als historische Figur wird in Dienst einer grellbunten, mit Oberflächenreizen nicht geizenden Farce genommen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
EISENSTEIN IN GUANAJUATO
Produktionsland
Niederlande/Mexiko/Finnland/Belgien/Frankreich
Produktionsjahr
2015
Regie
Peter Greenaway
Buch
Peter Greenaway
Kamera
Reinier van Brummelen
Schnitt
Elmer Leupen
Darsteller
Elmer Bäck (Sergej Eisenstein) · Luis Alberti (Palomino Cañedo) · Maya Zapata (Concepción Cañedo) · Lisa Owen (Mary Sinclair) · Stelio Savante (Hunter S. Kimbrough)
Länge
110 Minuten
Kinostart
12.11.2015
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Biopic | Komödie | Künstlerporträt
Diskussion
Auf die Frage, wer der bedeutendste Filmregisseur des 20. Jahrhunderts sei, antwortete Charlie Chaplin 1958: „Der beste, talentierteste und größte Filmregisseur, der Philosoph des Films, der Regisseur einer großen humanistischen Wahrheit ist mein Freund Sergej Michailowitsch Eisenstein.“ Damals war Eisenstein zehn Jahre tot; seinen „Panzerkreuzer Potemkin“ ((fd 20 707), 1925) musste jeder kennen, der über Kunst und Politik mitreden wollte, und niemand bestritt Chaplins enthusiastisches Bekenntnis. Später, vor allem nach dem Ende des realsozialistischen Experiments, fielen die Urteile herber aus. Hatte Eisenstein mit seinen Filmen nicht dazu beigetragen, dem stalinistischen System eine internationale Reputation zu verschaffen? War er wirklich ein Genius oder doch auch ein Konformist? War es nicht an der Zeit, die „Ikone der Linken“ zum intellektuellen Verfechter eines historischen Irrtums, ja zum Mitschuldigen an einem menschheitsgeschichtlichen Verbrechen zu erklären? Oder triumphierte in Eisensteins Werk eben doc

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