Drama | Frankreich/Belgien 2015 | 141 Minuten

Regie: Gaspar Noé

Ein junger Mann erwacht verkatert an Neujahr und erinnert sich an eine komplizierte „Amour fou“ mit zwei Frauen, geprägt von wilden Drogenexzessen und leidenschaftlichem Sex. In Rückblenden entfaltet der provokative Sexfilm das von starken Gefühlsschwankungen bestimmte Dreiecksverhältnis, wobei die erotischen Szenen auf Großaufnahmen, Close ups und Zwischenschnitte verzichten und das Geschehen in langen, starren Einstellungen meist halbnah bis nah zeigen. Die Räumlichkeit der 3D-Aufnahmen verstärkt dabei den Realismus der Szenen, die symbolisch gleichwohl in ewiger Trübheit gefangen erscheinen.

Filmdaten

Originaltitel
LOVE
Produktionsland
Frankreich/Belgien
Produktionsjahr
2015
Regie
Gaspar Noé
Buch
Gaspar Noé
Kamera
Benoît Debie
Schnitt
Denis Bedlow · Gaspar Noé
Darsteller
Aomi Muyock (Electra) · Karl Glusman (Murphy) · Klara Kristin (Omi) · Juan Saavedra (Julio) · Jean Couteau (Noé)
Länge
141 Minuten
Kinostart
26.11.2015
Fsk
ab 18; f
Genre
Drama | Liebesfilm

Heimkino

Verleih DVD
Alamode (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Alamode (16:9, 2.35:1, dts-HDMA engl./dt.)
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Diskussion
Nur mit Blick auf den Gesamtumsatz war „Avatar“ (fd 39 663) der profitabelste 3D-Kinofilm aller Zeiten. Im Verhältnis zu seinen Produktionskosten konnte der heute weitgehend vergessene „Die Girls vom Jumbo-Jet“ (fd 18 469) aus dem Jahr 1969 einen wesentlich größeren Erfolg verbuchen. Er kostete lediglich 100.000 Dollar, spielte aber im ersten Jahr 25 Millionen ein. Zum Vergleich: „Avatar“ hätte das Dreißigfache – also 60 Milliarden Dollar! – umsetzen müssen, um aufzuschließen. Der Erfolg dürfte nicht unbedingt an der Qualität von „Die Girls vom Jumbo-Jet“ gelegen haben – handelt es sich doch um einen (Soft-)Sexfilm. Trotz seines überragenden Erfolgs – und der folgenden Pornofilm-Welle der frühen 1970er-Jahre – blieb der stereoskopische Sexfilm seltsamerweise eine Ausnahme. Es verwundert kaum, dass Gaspar Noé diesen Faden mit „Love“ nun wieder aufnimmt. Der in Frankreich lebende Argentinier teilt mit Lars von Trier die Lust am Skandal(film). Auch wenn beide Regisseure ihre Werke meist im Kunstkino-Mekka Cannes der Weltöffentlichkeit präsentieren, haben sie nicht vergessen, dass das Kino einmal eine Jahrmarktsattraktion war – und bewerben es dementsprechend. Das erste Filmplakat schürte denn auch die Erwartung, dass „Love“ an Exploitation-Filme wie „Die Girls vom Jumbo-Jet“

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