On the Beach at Night Alone

Drama | Südkorea 2017 | 101 Minuten

Regie: Hong Sang-soo

Eine erfolgreiche koreanische Schauspielerin verlässt nach einer gescheiterten Liebesbeziehung ihre Heimat, kehrt dann aber bald aus Hamburg wieder zurück. Doch auch dann kann sie die innere Distanz zu ihrer Umwelt nicht überwinden. Ihre Suche nach sich selbst und nach einem Ziel weicht einer diffusen Dynamik aus Eifersüchteleien, verletzten Eitelkeiten und wechselnden personellen Konstellationen. Der von Regisseur Hong Sang-Soo mit langen, beobachtenden Passagen gedrehte Film kreist intensiv um die von der Hauptdarstellerin kongenial verkörperte Figur einer Ruhelosen, die im unsteten Ausfransen von Lebenssituationen ihren eigenen Weg findet. Ein grandioser Film über das Innehalten und eine Neugier abseits aller vorgeformten Pfade. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
BAMUI HAEBYUN-EOSEO HONJA
Produktionsland
Südkorea
Produktionsjahr
2017
Regie
Hong Sang-soo
Buch
Hong Sang-soo
Kamera
Kim Hyung-koo · Park Hong-yeol
Schnitt
Hahm Sung-won
Darsteller
Kim Min-hee (Young-hee) · Seo Young-hwa (Jee-young) · Jeong Jae-yeong (Myung-soo) · Moon Sung-keun (Sang-won) · Kwon Hae-hyo (Chun-woo)
Länge
101 Minuten
Kinostart
25.01.2018
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama
Diskussion

Während eines Spaziergangs mit ihrer Freundin Jee-young bleibt Young-hee plötzlich vor einer Holzbrücke im Park stehen, kniet nieder und kauert für einige Sekunden auf dem Boden. Dann steht sie auf und schließt sich wieder der am anderen Brückenende wartenden Jee-young an. Die fragt sie wenig später, was es mit dieser Geste auf sich gehabt habe. Young-hee antwortet: „Ich wollte einfach, bevor ich über die Brücke gehe, herausfinden, wer ich wirklich bin.“

In gewisser Weise fasst sie damit den ganzen Film zusammen: „On the Beach at Night Alone“ handelt von einer Selbstbefragung. Young-hee, eine erfolgreiche Schauspielerin, ist durch eine Affäre mit einem verheirateten Regisseur zwar nicht gerade in eine Lebenskrise geraten, aber sie scheint sich seither doch in einer Art Limbo zu befinden. In einem Zustand des Aufschubs, der bei Licht betrachtet vielleicht gar nicht so viel zu tun hat mit der nicht allzu glücklich verlaufenden Liebesgeschichte. Zwar erwähnt Young-hee im ersten Teil des Films, der in Hamburg spielt, immer mal wieder, dass sie auf den Regisseur warte, aber ihr Leben und Denken richtet sie keineswegs an ihm aus. Stattdessen unternimmt sie gemeinsam mit Jee-young lange Passagen durch die Straße

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