Follow the Money

Krimi | Dänemark 2015 | 586 (St. 1, zehn Episoden) 590 (St. 2, zehn Episoden) Minuten

Regie: Søren Balle

Eine dänische Krimiserie um die schmutzigen Seiten der „sauberen“ Energiewirtschaft: Ein Kripo-Kommissar gerät im Zuge einer Mordermittlung auf die Spur von kriminellen Machenschaften im großen Stil in einem Energiekonzern, der auf Windkraft spezialisiert ist. Die Serie verbindet ihre Handlungsstränge dramaturgisch geschickt zu einem ebenso spannenden wie aktuellen Wirtschaftskrimi-Drama um moralische Korrumpierbarkeit im Zuge der Einverleibung der „Green Economy“ in die Gewinnmaximierungs-Strategien der „Global Player“. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BEDRAG
Produktionsland
Dänemark
Produktionsjahr
2015
Regie
Søren Balle · Jannik Johansen · Mads Kamp Thulstrup · Per Fly · Søren Kragh-Jacobsen
Buch
Jeppe Gjervig Gram · Tobias Lindholm · Jannik Tai Mosholt · Anders Frithiof August · Christian Gamst Miller-Harris
Kamera
Lars Reinholdt · Laust Trier-Mørk · Jonas Alarik · Niels Reedtz Johansen · Eric Kress
Musik
Tobias Wilner · Sara Savery · Flemming Nordkrog
Schnitt
Morten Giese · Anja Farsig · Theis Schmidt · Carsten Søsted · Jeppe Bødskov
Darsteller
Thomas Bo Larsen (Mads Justesen) · Natalie Madueño (Claudia Moreno) · Esben Smed Jensen (Nicky Rasmussen) · Thomas Hwan (Alf Rybjerg) · Line Kruse (Kristina Justesen)
Länge
586 (St. 1, zehn Episoden) 590 (St. 2, zehn Episoden) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Krimi | Serie

Heimkino

Verleih DVD
Edel Media (16:9, 1.78:1, DD5.1 dän./dt.)
Verleih Blu-ray
Edel Media (16:9, 1.78:1, dts-HDMA dän./dt.)
DVD kaufen

Diskussion

Es gibt Unternehmen, die sich mittels PR als umweltfreundlich inszenieren und es gibt Unternehmen, die schmutzige Geschäfte mit sauberer Energie machen. Das erste wird als „Greenwashing“ bezeichnet, aber was ist das zweite? Zumindest ist es eine Täuschung: Die Firma tut so, als ob ihr an der Umwelt gelegen sei, dabei geht es ihr um Profit. „Täuschung“ („Bedrag“) ist auch der Originaltitel der dänischen Wirtschaftskrimiserie „Follow the Money“. Sie erzählt von dem Konzern Energreen, der auf Windparks und auf Betrug im großen Stil spezialisiert ist.

Den Konzern überführen will Mads Justesen (Thomas Bo Larsen), der bei der Kripo arbeitet und eigentlich in einem Todesfall ermittelt. Doch die Spur führt ihn zu Energreen. Der Konzern wird von dem smarten Alexander Sødergren (Nikolaj Lie Kaas) geführt. Gemeinsam mit seinem Team, in dem vor allem die junge Chefjuristin Claudia Moreno (Natalie Madueño) hervorsticht, erobern sie die Börse. Justesen erfährt, dass das Dezernat für Wirtschaftskriminalität Energreen schon länger auf der Spur ist. In Zusammenarbeit mit Alf Rybierg (Thomas Hwan) kommt er den Machenschaften des Konzerns immer näher. Der schreckt allerdings sogar vor Mord nicht zurück.

Neben diesem Hauptplot, der von Kriminalität im großen Stil handelt, erzählt die Serie auch von dem Kleinkriminellen Nicky, der in der Werkstatt seines Schwiegervaters arbeitet. Zufällig kommt er an eine Menge Geld, das er im Kofferraum eines gestohlenen BMW findet. Gemeinsam mit seinem Kumpel Bimse gerät er damit aber in Teufels Küche, vor allem als sich herausstellt, dass es sich bei dem Geld um die „Abfindung“ eines ehemaligen Mitarbeiters von Energreen handelt.

Diese beiden Haupthandlungsstränge verlaufen in der Serie lange Zeit parallel und berühren sich letztlich auf geschickte Weise. Auch das private Umfeld der eigentlichen Hauptfiguren Mads Justesen und Claudia Moreno wird sehr gut in den Plot eingeflochten und interessant angelegt. Bei beiden geht es darum, wie weit sie zu gehen bereit sind, auch auf Kosten der Menschen, für die sie eigentlich Verantwortung zu übernehmen haben. Dabei gelingt es der Serie nicht zuletzt durch die herausragenden Darsteller, den Druck deutlich zu machen, unter dem die Protagonisten stehen. Ihr Dilemma ist, dass sie glauben, mit ihrem egozentrischen Handeln irgendwie durchzukommen. Besonders eklatant tritt dies bei Claudia zutage, die sich von ihrem smarten Chef immer wieder dermaßen in ihrer Leistungsfähigkeit bestätigt findet, dass sie zu moralischem Handeln nicht mehr in der Lage ist. „Follow the Money“ ist auch eine Warnung vor der Einverleibung der „Green Economy“ in die smarte Diktatur (wie es Harald Welzer nennt) der Global Player.

In Dänemark ist Windkraft tatsächlich von enormer Bedeutung. Das Land plant, bis 2035 über 80 Prozent des gesamten Strombedarfs allein durch Windkraft zu decken. Im April erschien die Meldung, dass Dänemark den Bau des größten Windparks der Welt plant. Betrieben werden soll er von dem umstrittenen schwedischen Energieunternehmen Vattenfall. Die Serie „Follow the Money“, die bereits 2016 im dänischen Fernsehen lief, ist also hochaktuell. Umso besser, dass die erste Staffel, deren erste beiden Folgen 2016 auf der „Berlinale“ gezeigt wurden, jetzt in deutscher Synchronfassung auf DVD/BD erschienen ist. Ins deutsche Fernsehen schaffte es die Serie nämlich nicht. Auf die Originalfassung hätte aber deshalb nicht verzichtet werden müssen – ein Manko dieser an sich schönen Heimkinoveröffentlichung.

Kommentar verfassen

Kommentieren