Komödie | USA 2018 | 105 Minuten

Regie: Bill Holderman

Vier betagte, aber immer noch attraktive Damen lesen in privater Runde den Roman „Fifty Shades of Grey“ von E.L. James und nehmen die erotischen Fantasien des Buches mit in ihren sexuell abgekühlten Alltag. Ein unausgewogen zwischen romantischer Komödie und derben Späßen schwankender Erstlingsfilm, der nur durch die vier Hauptdarstellerinnen gelegentlich an Reiz gewinnt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
BOOK CLUB
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Bill Holderman
Buch
Bill Holderman · Erin Simms
Kamera
Andrew Dunn
Musik
Peter Nashel
Schnitt
Priscilla Nedd-Friendly
Darsteller
Diane Keaton (Diane) · Jane Fonda (Vivian) · Candice Bergen (Sharon) · Mary Steenburgen (Carol) · Andy Garcia (Mitchell)
Länge
105 Minuten
Kinostart
13.09.2018
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Komödie
Diskussion
Die Story von „Book Club“ wäre ein schönes Sujet für Nora Ephron gewesen. Doch die Autorin und Regisseurin von „Schlaflos in Seattle“ (fd 30 395) ist tot, und Bill Holderman kann ihr nicht das Wasser reichen. Sein Erstlingsfilm als Regisseur ist genau das: ein Erstlingsfilm. Ihm fehlt die Ökonomie, das richtige Timing und vor allem: Geschmack. Damit befindet sich Holderman allerdings in guter Gesellschaft. Auch das Buch, das in „Book Club“ eine große Rolle spielt, „Fifty Shades of Grey“ von E.L. James, hat davon nicht gerade viel. Dennoch ist die Idee nicht schlecht, vier ältere, immer noch sehr ansehnliche Damen mit der Lektüre der erotischen Abenteuer dieses Bestsellers zu konfrontieren. Sie macht nicht nur darauf neugierig, was die vom Leben enttäuschten Damen wohl als Anregung aus der Lektüre in ihr eigenes Dasein mitnehmen, sondern auch, wie die vier Stars des Films, Jane Fonda, Candice Bergen, Diane Keaton und Mary Steenburgen, mit den Anforderungen ihrer Rollen umgehen. Sharon (Candice Bergen) ist eine Richterin und schon lange geschieden, die verwitwete Diane (Diane Keaton) hat zwei erwachsene Töchter, Jane Fonda spielt als Vivian eine ledige Hotelbesitzerin mit viel Sex und wenig Liebe, während Carol (Mary Steenburgen) unter einem erkalteten Eheleben leidet. Einmal im Monat treffen sich die Freundinnen, um bei etlichen Gläsern Wein über ein aktuelles Buch zu diskutieren. Sie wagen kaum, den Titel ihrer momentanen Lektüre auszusprechen, wenn sie jemand fragt. Dann sagen sie entweder „Moby Dick“ oder reden um die Sache herum. Um die „Sache“ redet auch der Film herum. Einerseits will er der Integrität der Hauptfiguren nicht zu nahetreten, andererseits möchte er auf einschlägige Witze nicht verzichten. Die Mixtur, mit der man sich dann bescheiden muss, reicht weder für eine romantische Komödie noch für eine Satire auf die versteckten sexuellen Bedürfnisse wohlerzogener älterer Damen. Ein zaghaftes Küsschen hier, ein derber Viagra-Scherz dort sind im Grunde schon alles, was dabei herauskommt – wären da nicht die vier betagten Vollblutschauspielerinnen. Sie machen zumindest gelegentlich aus der banalen Suche nach passenden Männern kleine mimische Kabinettstückchen, über die man dann wirklich lachen kann. „Man wäre schon froh, ihnen zuzusehen, wenn sie einem bloß das Telefonbuch vorlesen würden“, hat ein amerikanischer Kritiker geschrieben. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
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